Das Ende des "keltischen Jahrtausends"

Römer besiegen unterlegene Kelten auf Mona

Der keltische Goldreichtum weckte Begehrlichkeiten und die Römer hatten überhaupt keine Skrupel, die Ressourcen anderer zu plündern. Wenn ihnen die Goldprovinzen nicht unterstanden, versuchten sie, diese den rechtmäßigen Besitzern einfach wegzunehmen.

Cäsars Eroberungszüge nach Gallien und Britannien galten auch dem Gold der Kelten. Davon ist der Archäologe Jeff Davies überzeugt. Aus Gallien kehrte Cäsar als reichster Mann des Imperiums nach Rom zurück.

Keltischer Opferplatz



Llyn Fawr ist ein keltischer Opferplatz in Wales. Geschichtsschreiber Strabon berichtete von "heiligen Teichen, die keiner zu rühren wagte". Hier weihten die Kelten ihr Wertvollstes: Waffen und Gold. Davies ist überzeugt, dass es die Römer bei der Invasion Britanniens auch auf diese heiligen Plätze abgesehen hatten. Sie wussten von der reichen Opferpraxis der Kelten und fürchteten den Zorn der fremden Götter nicht.


Der Raubzug der römischen Invasoren ins keltische Britannien führt weiter nach Dolaucothi und in den äußersten Nordwesten Wales zur Insel Mona, der sagenhaften Hochburg der Druiden. In Dolaucothi haben britische Archäologen ein römisches Bergwerk untersucht. Im großen Stil und mit der Hilfe von Wasserkraft haben die Besatzer hier Edelmetall abgebaut. Jeff Davies zitiert Tacitus, der schrieb: "Britannien hält Gold und Silber als Lohn für unseren Sieg bereit." Doch eine Galerie im antiken Bergwerk von Dolaucothi macht ihn stutzig. Ihm stechen zwei kleine, krumme Seitenstollen ins Auge, die irgendwie nicht römisch aussehen. Raubten die Römer nicht nur das Gold der Kelten, sondern übernahmen sie auch ihre Bergwerke?

Untergehende Kultur




Die Römer stießen immer weiter nach Norden vor. In der Nähe des höchsten Berges von Britannien, des Snowdon, kam es zum letzten Verteidigungskampf einer untergehenden Kultur. Die Kelten hatten sich vor den anrückenden Legionen in ihren Bergfestungen, den Ringforts verschanzt, doch ihre Zeit war abgelaufen. Zwei Welten prallten aufeinander. Die ausgefeilte römische Militärtechnologie, in Reih und Glied ausgerichtet, lies den unbeugsamen aber schlecht organisierten Kriegern mit den Schnurrbärten keine Chance.



Die Römer bauten befestigte Militärlager, Kastelle, nach einem standardisierten Schema, wie überall im Römischen Imperium. Doch das Kastell von Segontium gegenüber der Insel Mona, weist eine Besonderheit auf: Im zentralen Gebäude, der Prinzipia, ist ein Kellerraum extrem stark ausgebaut. "Die Schatzkammer", sagt Archäologe Davies, "hier haben die Römer ihre Beute, das Keltengold, gelagert."

Letzte Bastion der Druiden

Mona war die letzte Bastion der Druiden. Das Drama der Schlacht schildert Tacitus: "Mit wallenden Haaren, Fackeln tragend, stießen die Druiden schreckliche Flüche aus und reckten die Arme zum Himmel." Es half nichts, mit der Schlacht von Mona 60 nach Christus verschwand eine Jahrhunderte alte Kultur, die Mitteleuropa zum ersten Mal in der Menschheitsgeschichte strahlen ließ, und die uns heute immer noch seltsam fasziniert. Viele ihrer hervorragendsten Leistungen gerieten aber für immer in Vergessenheit.

Auf dem Schlachtfeld von Mona endet das "keltische Jahrtausend" und mit ihm seine Kunst, seine Religion, seine technischen Errungenschaften, seine Lebensform. Wir werden sie wohl nie mehr ganz begreifen können. Was blieb ist der Mythos der "ersten Europäer" und das sagenhafte Gold der Kelten. Es brachte ihnen am Ende den Untergang.

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