Das Geheimnis der Dino-Mumie

Tyler Lyson macht in North Dakota den Fund seines Lebens

Hell Creek, North Dakota, USA. Im Spätsommer 1999 durchstreift der High-School-Schüler Tyler Lyson die unwirtliche Felsenlandschaft nahe seiner Heimatstadt Marmarth. Auf den ersten Blick trostlose Ödnis, doch die Gesteinsformation hat es in sich.

Landschaft Hell Creek Quelle: ZDF

Tyler Lyson entdeckt zwei Wirbel-Knochen, die aus dem Hügel ragen. Nichts Ungewöhnliches in der Gegend. Aber er erkennt ein besonderes Detail: Die Wirbel hängen zusammen und befinden sich in natürlicher Anordnung, eine sehr seltene Entdeckung.

Makelloses Stück Saurier-Haut

Tyler organisiert ein Team, um den Fund zu bergen. Schnell zeichnet sich ab: Hier steckt viel mehr im Boden als einige gut erhaltene Knochen. Akribisches Bürsten bringt die versteinerte Haut eines Dinosauriers an den Tag. In seinem Labor befreit Tyler das wertvolle Stück in mühevoller Kleinarbeit von anhaftendem Sandstein. Das Ergebnis kann sich sehen lassen: ein makelloses Stück Saurier-Haut - aus dem sich interessante Schlüsse ziehen lassen.

Tyler gibt seiner Dino-Mumie den Spitznamen "Dakota". Dakota ist ganz anders als die Mumien, die aus den Anden oder aus Ägypten bekannt sind. Der Hadrosaurier ist weder einbalsamiert noch getrocknet oder gefroren. Er ist - wie fast alle anderen Dinosaurier-Überreste auch - versteinert: Dakota ist eine Fossilie.

Erstaunliches Phänomen

Versteinerte Dinomumie Quelle: ZDF

Der Prozess der Versteinerung ist ein erstaunliches Phänomen. Mit dem Tod eines Tieres beginnt die Zersetzung des Körpers durch verschiedenste Reste-Verwerter:Bakterien, Maden, Aasfresser. Meist ist das Werk nach wenigen Wochen oder Monaten getan. In seltenen Fällen jedoch bleiben einzelne Teile erhalten. Üblicherweise finden sich diese Überbleibsel als Fossilien in so genanntem Sediment-Gestein, das während Jahrmillionen aus Ablagerungen von Staub, Schlick oder Schlamm entstanden ist - so auch am Hell Creek.

In oder an Gewässern stehen die Chancen besonders gut, dass zumindest harte Teile wie Knochen, Zähne, Krallen oder Panzer zu Fossilien werden. Unter Wasser kann der tote Körper sehr rasch zugeschwemmt und die Zersetzung verlangsamt werden. Bei günstigen Bedingungen überdauern so Teile des Tieres ganze geologische Zeitalter - im Fall von Dakota sogar ein kompletter Dinosaurier.

Langsamer Prozess

Foto Charles Sternberg bei Ausgrabungen Quelle: ZDF

Dabei wird in einem langsamen chemischen Prozess die körpereigene Substanz durch Minerale ersetzt. Übrig bleiben Versteinerungen, die dem organischen Original in Form und Größe gleichen. Von der ursprünglichen Zusammensetzung sind jedoch allenfalls Spuren enthalten. Ein Fossil besteht aus Stein.

Eine der ersten Dino-Mumien entdeckte der amerikanische Fossilien-Sammler Charles Sternberg 1908 in Wyoming. Auch Sternbergs Mumie ist ein Hadrosaurier, doch besteht sie nur aus Haut und Knochen. Ein zweites Exemplar liegt heute im Senckenberg-Museum in Frankfurt am Main. Es wurden noch einige andere Dino-Mumien gefunden, aber die größte, best erhaltene ist Tylers Dakota.

Um unser Web-Angebot optimal zu präsentieren und zu verbessern, verwendet das ZDF Cookies. Durch die weitere Nutzung des Web-Angebots stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Näheres dazu erfahren Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Gemerkt! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Abonniert! Abo beendet