Das Geheimnis von Marib

Königin der Karawanen – Das Geheimnis von Saba

Seit Jahrzehnten sind Archäologen den Sabäern auf der Spur. Der Hügel von Marib spielt dabei eine wichtige Rolle. Unter den Ruinen aus islamischer Zeit schlummert der Palast der Sabäer, so vermuten Forscher.

Noch nie wurde in Marib ein Spaten angesetzt. Figuren aus Alabaster und Bronze haben Experten in anderen Grabungsfeldern bereits entdeckt. Auch Marib könnte einzigartige Funde bereit halten und weiteren Aufschluss geben über die südarabische Hochkultur. Luftaufnahmen verschafften einen ersten Überblick über das weitläufige Areal. Ein Heißluftballon mit installierter Kamera machte es möglich. Grundriss und Ausdehnung der alten Stadtanlage waren für die Forscher eine unverzichtbare Orientierungshilfe beim Abstecken der Grabungsfelder.

Schillernde Figur

Lenkte einst die berühmte Königin von Saba die Geschicke des alten Wüstenreiches? Viele seiner Herrscher sind namentlich überliefert. Doch für die Existenz der Regentin gibt es bislang keinen wissenschaftlichen Beleg. Unter dem 20 Meter hohen Schutt Maribs eine Spur von ihr zu finden, kommt der sprichwörtlichen Nadel im Heuhafen gleich. Nur Volkssagen, die Bibel und der Koran scheinen von ihrer Existenz überzeugt zu sein. Um 950 vor Christus verließ die geheimnisvolle Schöne ihre Residenz. Angehörige des Hofes beluden zahlreiche Kamele mit Schätzen des Landes. Auch riesige Mengen an Gold und Edelsteinen waren als Gastgeschenke für König Salomon im fernen Israel im Gepäck. Die Kunde von der Weisheit des Monarchen war bis ins sabäische Reich gedrungen. Die Königin wollte ihn mit Rätselfragen auf die Probe stellen, erzählt das Alte Testament.

Die ungläubige Herrscherin

Die Begegnung zwischen den beiden Regenten ist bislang nur ein Mythos. Fest steht dagegen: Die Sabäer besaßen schon im 10. Jahrhundert vor Christus das Know-How, große Karawanen über weite, wasserlose Strecken zu führen. Islamische Sagen berichten, Salomon sei der Königin in der Wüste entgegen gegangen. Er ließ Glasscheiben im Sand auslegen, um die junge Frau zu prüfen, denn aus seiner Sicht gehörte die Fremde zu einem ungläubigen Volk. Als die Herrscherin näher kam, hielt sie die glitzernde Fläche für Wasser. Um nicht nass zu werden, hob sie den langen Rock. Nun konnte Salomon sehen, ob der Gast aus Saba behaarte Beine hatte. Wenn ja, stünde sie mit bösen Geistern im Bunde, so seine Überzeugung.

Die islamische Überlieferung

Ganz anders als die Bibel, aber ähnlich wie die Volksmärchen überliefert der Koran den prominenten Besuch in Jerusalem. Die "Spiegelszene" ist in den königlichen Palast verlegt. Die aparte Frau tat, wie ihr geheißen und trat auf die gläserne Fläche. Salomon war entsetzt, als er ihre entblößten Unterschenkel erblickte. Die Regentin jedoch zeigte sich unbeirrt und ließ die mitgebrachten Schätze, ein Aufgebot der begehrtesten Handelswaren jener Zeit, herbeibringen. Selbstbewusst legte sie die kostbaren Geschenke dem Monarchen zu Füßen. Der mächtige Salomon bekehrte die Orientalin schließlich zum Glauben an den alleinigen Gott, steht in der 27. Sure. Und in islamischen Erzählungen wird aus der namenlosen Königin Bilquis.

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