Das großes Gemetzel

Kelten als Opfer von Caesars Kriegskunst

In der scheinbar aussichtslosen Lage hat Caesar die rettende Idee: Er befiehlt einigen Kohorten, das Kampfgebiet weiträumig zu umreiten. Von einem Hügel aus sollen sie dem Gegner überraschend in den Rücken fallen. Plötzlich vom Feind umzingelt, geraten die Kelten in Panik. Verzweifelt geben sie auf.

Als die Nachricht dieser Niederlage die Kämpfer aus Alesia erreicht, ziehen sie sich in ihre Festung zurück. Im Pfeilhagel der Römer sterben noch viele der fliehenden Kelten. Nüchtern kommentiert Caesar: "Es gab ein großes Gemetzel."

Gallien ist besiegt

Zahlenmäßig waren die Kelten den Römern weit überlegen. Fast hätten sie gesiegt. Aber nun waren sie doch Opfer von Caesars Kriegskunst geworden. Als Vercingetorix am Ende des Tages über das Schlachtfeld geht, weiß er, dass er seine letzte Schlacht geschlagen und alles verloren hat. Es war ihm gelungen, alle Kelten zum Freiheitskampf gegen die Römer zu vereinen. Jetzt muss er sich dem Eroberer beugen. Gallien ist besiegt.



Der Gallische Krieg hat etwa eine Million Tote gekostet. Im Verhältnis zu den Bevölkerungszahlen sind das mehr Opfer als in den beiden Weltkriegen des 20. Jahrhunderts zusammen. Wie Reliquien werden die archäologischen Fundstücke der Schicksalsschlacht im nationalen Antikenmuseum bei Paris aufbewahrt.

Tot oder lebendig

Vercingetorix, so berichtet Caesar, habe seine Landsleute vor die Wahl gestellt, ihn tot oder lebendig an die Römer auszuliefern. Er zitiert seinen großen Widersacher mit den Worten: "Nicht um meiner eigenen Interessen, sondern um der gemeinsamen Freiheit willen, habe ich diesen Krieg unternommen". Vercingetorix zeigt sich als stolzer Verlierer: Er reitet zuerst um Caesar herum, bevor er vom Pferd springt. Dann legt er seine Waffen feierlich nieder. Er bittet Caesar um Gnade für die unterworfenen Stämme.

Der Sieg über Gallien macht Caesar zum mächtigsten Mann in Rom. Dort feiert er im Jahr 46 vor Christus seinen Triumph - zusammen mit seinen Soldaten, die ihrem Feldherren bis zuletzt die Treue gehalten hatten. Vercingetorix wird noch am Tage des Triumphzuges in das römische Staatsgefängnis, den Kerker Tullianum gebracht. Dort wartet der Henker auf ihn. Sechs Jahre lang hatte der Gefangene darauf gehofft, Gnade bei einem großherzigen Gegner zu finden - vergeblich.

Der letzte Herausforderer



Caesar überlebt seinen Feind nicht lange. Zwei Jahre später wird er im Senat ermordet. Vercingetorix bleibt in Erinnerung als einer der letzten Herausforderer der Weltmacht Rom. Napoleon der Dritte ließ ihm auf dem Berg von Alesia ein Denkmal errichten. Bis heute gilt er als Nationalheld der Franzosen und in Zukunft vielleicht, zusammen mit seinem großen Gegner Caesar, als einer der Ahnherren des geeinten Europa.

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