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Das Haus Jahwes

Heiligtümer im Tempel des Herodes

Im Haus Jahwes auf dem Jerusalemer Tempelberg sollen die wertvollsten Kultgegenstände der jüdischen Religion aufbewahrt werden: ein Schrein, ein goldener Tisch und ein siebenarmiger Leuchter - die goldene Menora.

Die Geschichte der berühmten Menora beginnt vor mehr als 3000 Jahren in den Wüsten des Orients.

Göttlicher Auftrag

Nach dem Auszug der Israeliten aus Ägypten spricht Gott zu ihrem Anführer auf einem Berg im Sinai. Moses erhält von Jahwe zwei steinerne Tafeln mit den "Zehn Geboten". So steht es im Alten Testament.


Gleichzeitig ergeht der göttliche Auftrag an das jüdische Volk, Kultgegenstände zu Ehren des Höchsten herzustellen: einen Schrein zur Aufbewahrung der Gesetzestafeln - die Bundeslade. Außerdem einen Leuchter mit sieben Armen, Symbol des Lebensbaums: die goldene Menora. Er muss - so will es Jahwe - aus mindestens dreißig Kilogramm Gold gehämmert werden. Wie die Bibel erzählt, fertigen die Israeliten auch einen Tisch aus Holz und Edelmetall. Darauf sollen die Priester als Dankesgabe Brote auslegen - daher der Name "Schaubrottisch".

Die Heiligtümer begleiten das jüdische Volk auf seiner langen Wanderung. Mit der Eroberung des Gelobten Landes finden die kostbaren Objekte eine Bleibe für viele Jahrhunderte auf dem Tempelberg von Jerusalem, heute eine der bedeutendsten Stätten des Islam. Von den jüdischen Gotteshäusern auf dem Felsplateau blieb kaum etwas erhalten. Nur die berühmte Klagemauer hat die Stürme der Zeit überdauert. Die mächtige Wand ist ein letztes Zeugnis des Prachtbaus, den König Herodes in den zwei Jahrzehnten vor Christi Geburt errichten ließ. Der heiligste Ort für fromme Juden.

Opfer für Jahwe

Das Haus Jahwes war eines der eindrucksvollsten Gebäude der Antike. Nicht jeder Gläubige durfte seinen Fuß über die Schwelle setzen. Das Vorrecht besaßen nur die "Cohanim", die Priester Israels. Sie versahen den Dienst im heiligen Bezirk - mit geweihtem Öl und Räucherwerk. Jeweils am Sabbat legten sie zwölf frische Brote auf dem goldenen Tisch aus. Einen Laib für jeden der zwölf Stämme Israels. Der hebräische Ausdruck "Lechem Panim" bedeutet wörtlich "Brot des Angesichts". Ein Opfer für Jahwe - zum Dank, dass er sein Volk ernährt.

Auch das Nachfüllen des Öls in die Menora gehörte zum Ritus. Die Zahl ihrer Arme steht für die sieben Tage der Schöpfung. Die Flammen verkörpern das göttliche Licht - die Anwesenheit Gottes bei seinem auserwählten Volk. Außer Tisch, Leuchter und Räucheraltar standen keine weiteren Kultgegenstände im Tempel. Die Bundeslade war bereits seit dem Überfall der Babylonier - fünfhundert Jahre zuvor - verschwunden.

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