Das Jahrhundert der Elektrizität

Die Geschichte des Stroms, Teil 2

Nachdem André Ampère, Georg Ohm und Michael Faraday die physikalischen Grundlagen für die moderne Elektrotechnik geschaffen haben, ist die Einführung der Elektrizität in den menschlichen Alltag zum Greifen Nahe. Mit dem "Stromkrieg" zwischen Thomas Alva Edison und George Westinghouse beginnt ein neues Zeitalter.

1820 entdeckt der dänische Physiker Christian Oersted (1777 bis 1851), dass elektrische Ströme Magnetfelder erzeugen. Er bemerkt dies, als eine Magnetnadel in der Nähe eines stromdurchflossenen Leiters ausschlägt.

Die Ampère'sche Regel

André Marie Ampère (1775 bis 1836) zieht aus Oersteds Versuchen den Schluss, dass auch Magnete einen Einfluss auf stromdurchflossene Leiter haben müssten. Er beginnt zu experimentieren und bereits wenige Monate später entwickelt er eine neue Theorie zum Magnetismus und zum Elektromagnetismus.


Ampère baut elektromagnetische Spulen, mit denen er zeigen kann, dass magnetische Erscheinungen auch elektrisch erzeugt werden können. Er erkennt, dass sich zwei stromdurchflossene parallele Leiter gegenseitig anziehen, wenn der Strom in die gleiche Richtung fließt, und dass sie sich abstoßen, wenn der Strom in entgegengesetzter Richtung fließt.

Elektromagnetische Induktion

Bereits 1821 hatte der britische Physiker und Chemiker Michael Faraday (1791 bis1867) bei der Untersuchung der Kräfte zwischen Strömen und Magnetfeldern das Grundprinzip des Elektromotors erfunden. 1831 macht er dann eine bahnbrechende Entdeckung: Er erkennt das Prinzip der elektromagnetischen Induktion. Faraday bemerkt bei seinen zahlreichen Experimenten, dass Elektrizität mithilfe von Magnetismus und Bewegung erzeugt werden kann. Er bewegte einen Magneten in einer Kupferspule und induzierte so Strom. Faraday hatte das Arbeitsprinzip des modernen Generators erfunden.


Der Ingenieur und Unternehmer Ernst Werner von Siemens (1816 bis 1892) erfindet 1866 die Dynamomaschine. Es handelt sich dabei um den ersten in der Praxis einsetzbaren Generator.

Elektrizität erobert die Städte

Der Amerikaner Thomas Alva Edison (1847-1931) wird als der wohl bedeutendste Erfinder seiner Zeit gesehen. Zu seinen Erfindungen gehören zum Beispiel der Fonograf, der Filmprojektor und das Kohlekörnermikrofon für das Telefon. Außerdem verbessert er die Glühlampe (1877) und errichtet ab 1882 von ihm entwickelte Kraftwerke, um den elektrischen Strom für die Beleuchtung von Straßen und Haushalten zu produzieren. Edison arbeitet jedoch mit Gleichstrom, der einige Nachteile aufweist und schon bald durch die Wechselstromtechnologie von Tesla und Westinghouse ersetzt wird.

Sieg des Wechselstroms

Der amerikanische Erfinder und Industrielle George Westinghouse (1846 -1914) erwirbt von Nikola Tesla (1856 -1943), einem amerikanischen Elektrotechniker und Erfinder kroatischer Herkunft, das Patent für den Wechselstromgenerator. Westinghouse hatte die Nachteile der Gleichstromtechnologie erkannt und investiert in die Weiterentwicklung der Wechselstromtechnologie. Durch die Erzeugung von Hochspannung wird bei Wechselstrom ein Transport des Stroms über weite Entfernungen ermöglicht. Nikola Tesla entwickelt dafür 1891 einen Transformator.


Schließlich setzt sich die Verwendung von Wechselstrom durch und der Bedarf an elektrischer Energie steigert sich in den folgenden Jahren enorm. Ab 1930 beginnt die großflächige Elektrifizierung der Haushalte. Seitdem ist die Bedeutung der elektrischen Energie für das Leben der Menschen stetig gewachsen.

Heute werden neue Methoden der Energiegewinnung entwickelt, zum Beispiel Kernenergie oder Fotovoltaik, und die bestehenden Technologien verbessert. Die Grundprinzipien der Stromerzeugung und des Stromtransports, wie zum Beispiel der Generator oder der Transformator, beruhen jedoch immer noch auf den Erkenntnissen und Erfindungen der Forscher des 18., 19. und frühen 20. Jahrhunderts.

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