Das Königreich Davids

Ein Held mit Makeln

David, der erste König über alle Israeliten, gilt als der strahlende Held und genialer Kriegsherr. Michelangelo stellt ihn dar als den perfekten Mann. Doch die Bibel kennt auch die andere Seite Davids, die des Räuberhauptmanns, Mörders und Ehebrechers.

Der junge David wächst auf im Hauptquartier von Saul, der als erster die israelitischen Bergstämme in einer politischen Union vereint hat. Aus David wird ein Krieger, ein gefeierter Held. "Saul hat tausend Feinde getötet, David aber zehntausend", singen die Frauen am Hofe Sauls.

Kriminelle Laufbahn

Der Emporkömmling ist dem alten Anführer zur Konkurrenz geworden. Seine Eifersucht entlädt sich in einem Mordanschlag. David muss vom Hof fliehen. Seine viel versprechende Laufbahn scheint beendet. Doch nun macht David eine Karriere als Bandenchef, der in kurzer Zeit die Macht über die Israeliten an sich reißt, und dabei geht er über Leichen. Dörfer, die Widerstand leisten, macht er nieder und verschont auch Frauen und Kinder nicht.



Die Bibel - das ist das Erstaunliche - versteckt das hässliche Gesicht Davids nicht.





David eine Geschichte über einen Helden mit Makeln - aber vielleicht gerade deshalb eine wahre Geschichte.

Das berühmte Duell

Davids sagenhafter Ruf begründet sich auf seinem Kampf gegen den Riesen Goliat. Laut Bibel tötet er den übermächtigen Gegner mit einer einfachen Bastschleuder. Auch hier ist die Heilige Schrift nicht wörtlich zu nehmen. Gemeint ist nämlich nicht der Kampf zwischen zwei Männern, sondern der zwischen zwei Völkern. Im elften Jahrhundert vor Christus tauchen rätselhafte Krieger im Nahen Osten auf. Philister nennt die Bibel dieses Volk, das wahrscheinlich von den Küsten und Inseln Griechenlands stammt.

Historische Figur oder Legende?

Zwar werden die gefürchteten Piraten aus Ägypten vertrieben, doch siedeln sie sich nun an der Küste des heutigen Israels an. Sie blockieren damit den gesamten Handel im Land und können von der Küste aus das Bergland angreifen. Hier aber regiert David. In harten Kämpfen gelingt es ihm, seine Herrschaft gegen die mächtigen Feinde an der Küste zu behaupten. Das ist die wahre Geschichte von David und Goliat.


Wie bei der Geschichte von David und Goliat stellt sich immer wieder die Frage, ob die Erzählungen der Bibel wörtlich zu nehmen sind. So auch bei König David: Gab es ihn wirklich, oder ist er nur ein Märchenheld? Bei Ausgrabungen 1993 stoßen Archäologen auf die Antwort. In den Ruinen der Stadt Dan finden Wissenschaftler Inschriften der Könige von Damaskus, den vorübergehenden Herrschern über die Stadt. Als es gelingt, die Texte zu entziffern, ist die archäologische Sensation perfekt:




Die Erinnerung an einen Menschen aus Fleisch und Blut. Auf dem Höhepunkt seiner Karriere - so schildert es die Bibel - ist David der erste Herrscher über alle Israeliten und lässt sich zum König salben. Aus einer lockeren Union von verstreuten Siedlungen ist ein Staat geworden. Für die Bibel ist er der größte aller Könige. In ihm ist zum ersten Mal der Traum von der nationalen Unabhängigkeit Israels verwirklicht.




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