Das persische Weltreich

Das alte Imperium war ein funktionierender Vielvölkerstaat

Vor etwa 2500 Jahren war das alte persische Reich die bedeutendste Weltmacht des Vorderen und Mittleren Ostens. Es erstreckte sich über Tausende von Kilometern: vom Indus bis zum Mittelmeer, von den Wüsten Libyens bis zu den Steppen Zentralasiens - zehnmal so groß wie Deutschland.

Kostbarkeiten aller Länder

Verbreitungskarte des persischen Imperiums
Verbreitungskarte des persischen Imperiums Quelle: ZDF

Lange war das Bild der Perser von den Aufzeichnungen griechischer Geschichtsschreiber bestimmt. Sie zeichneten von ihren Feinden das Bild eines Barbarenvolks. Doch spätestens seit den Entdeckungen von Ernst Herzfeld 1933 konnten andere Quellen gegen dieses einseitige Bild gesetzt werden. 1933 fand der Archäologe 30.000 Tontafeln; es war das Palastarchiv der persischen Hauptstadt Persepolis. Dank ihnen und anderen archäologischen Hinterlassenschaften lässt sich eine altpersische Hochkultur nachweisen. Das altpersische Reich war ein funktionierender Vielvölkerstaat. Die starke Machtbündelung hob die Grenzen zwischen den Völkern auf. Liberalisierung des Handels, eine gemeinsame Währung und einheitliche Maßsysteme förderten das Wirtschaftswachstum. Damit Händler und Reisende sicher durchs Land ziehen konnten, schufen die Großkönige eine hervorragende Infrastruktur. Ein Netz von Karawansereien garantierte den blühenden Warenaustausch im Vielvölkerstaat. Die Menschen lebten in Frieden und Wohlstand.

Die Provinzen zollten dafür den Großkönigen in Persepolis Tribut. Das geht aus verschiedenen Bildwerken hervor. Sie zeigen Schiffe, die übers Meer aus Griechenland, Ägypten und Indien kamen. Die Menschen schafften ganze Wagenladungen an Geschenken herbei - Kostbarkeiten ihrer Länder. Die überbrachten sie am Neujahrsfest dem Regenten. Die Wüste wurde in dieser Zeit zum Schatzhaus, zum blühenden Garten.

Rekonstruktion von Persepolis

Unter den Persern entstanden bauliche Meisterwerke, zum Beispiel die mächtige Palastanlage von Persepolis. Sie lag im heutigen Iran. Aufgrund archäologischer Funde konnten Architekten die zerstörte Anlage rekonstruieren. Der bis zu 18 Meter hohe Palast stand auf einer 125.000 Quadratmeter großen künstlichen Terrasse - ein Palast, riesig wie eine Stadt mit gigantischen Säulen. Im Zentrum stand der prunkvolle Thronsaal. Handwerker aller Herren Länder hatten über vier Generationen hinweg daran gearbeitet.

Noch heute gelten die Ruinen von Persepolis als 8. Weltwunder. Die Gesichter der alten Schutzgötter bewachen immer noch das große Portal des Königspalastes. Und die kunstvoll ausgehauenen Lotusblumen der Säulenbasen künden davon, dass hier für die Ewigkeit gebaut wurde. Prunk bestimmte auch die königliche Tafel: Schalen aus Bronze, Silber und Gold. Reiche Perser liebten hochwertigen Schmuck, Ohrringe und luxuriöse Stempelsiegel sowie verzierte, repräsentative Streitwagen.

Gigantisches Bewässerungssystem

Der sinnfälligste Beweis für die kulturelle Überlegenheit der Perser findet sich rund hundert Kilometer von Persepolis entfernt in Pasargadae. Von der einstigen Pracht finden sich nur noch ein paar Säulen.

Duftende Oasen

Mit Tausenden von Luftbildern versuchen Forscher das gesamte Gelände zentimetergenau zu prospektieren und machen auch verborgene Strukturen im Erdboden sichtbar. Sie stammen von einem gigantischen Bewässerungssystem, das der staubigen Einöde Leben schenkte.
Das Wasser, das Pasargadae zum fruchtbaren Garten machte, kam von den Zakros-Bergen - Schmelzwasser aus eisiger Höhe. Durch mächtige Kanäle, so genannte Quanate, strömte es durch die Wüste in das Zentrum der Hauptstadt.

Hier standen einmal prachtvolle Gärten voller Blüten, die symmetrisch angelegt waren - und perfekt bewässert. "Paridaita" hießen diese duftenden Oasen. Das Wort Paradies hat hier seinen Ursprung.

Alexander der Große

Büste Alexander der Große Quelle: ZDF

Das Imperium aber, so groß und mächtig es auch sein mag, hatte einen Gegner, der seinen Untergang besiegelte. Ein kleines Reich -100 mal kleiner als Persien: Makedonien. Alexander der Große forderte den mächtigen König Darius heraus. Der Konfrontation mit dem Heer des Makedonenkönigs konnten die Perser nicht standhalten. Im Jahr 331 v. Chr. erlag Dareios III. dem makedonischen Feldherrn. Alexander setzte mit seinem Sieg dem Perserreich ein jähes Ende. Nach der Eroberung durch Alexander dem Großen lebte die Idee der persischen Weltmacht zwar noch weiter. Aber erst die Sasaniden knüpften im dritten Jahrhundert nach Christus an die Expansionspolitik der Achaimeniden an (Sasanidenreich: 224 bis 651 nach Christus).

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