Das Schicksal der Meuterer

Vorläufiger Rückzug mit tödlichem Ende

Die Meuterer kehren unter Führung von Fletcher Christian mit der Bounty nach Tahiti zurück. Da Christian aber befürchten muss, dort leicht von der britischen Admiralität aufgespürt werden zu können, sucht er nach einem besseren Versteck.

Tahiti Quelle: ZDF

Die meisten Meuterer aber wollen auf Tahiti bleiben und so bricht Christian mit nur noch acht Getreuen und einigen wenigen polynesischen Frauen und Männern nach Pitcairn auf, einer weit von den Handelsrouten abgelegenen Insel, die zudem auf den Seekarten falsch eingezeichnet ist. Hier sollte sie so schnell niemand finden können. Am 15. Januar setzen Christians Männer die "Bounty" vor Pitcairn auf Grund und stecken sie schließlich in Brand, um jede Spur zu verwischen.

Gerichtsprozesse in London

Fletcher Christian hatte richtig gelegen mit der Vermutung, dass die britische Admiralität alles daran setzen würde, die Meuterer ausfindig zu machen. Bereits am 23. März 1790 stellt die Besatzung der HMS Pandora auf Tahiti alle dort noch lebenden Meuterer, um sie in London vor Gericht zu stellen. Sechs von ihnen werden ein Jahr später zum Tod durch Erhängen verurteilt. Peter Heywood, William Muspratt und James Morrisson werden aufgrund ihrer guten familiären Verbindungen begnadigt. Die drei anderen aber werden am 29. Oktober 1792 aufgeknüpft.

Karte Pitcairn Quelle: ZDF

Auch den Meuterern auf Pitcairn ist nur wenig Glück beschieden. Sie haben sich mit Pitcairn einen der entlegendsten Orte der Welt ausgesucht. Die 2000 Kilometer entfernten Osterinseln im Osten und die auch immerhin noch 500 Kilometer im Westen liegenden Gambierinseln bilden die nächsten menschlichen Siedlungen. Die kaum fünf Quadratkilometer große Insel bietet mit ihrer Vegetation und den von der "Bounty" mitgebrachten Schweinen, Ziegen und Hühnern ausreichend Nahrung für die Meuterer und ihre Frauen. Schwierig allerdings gestaltet sich das Zusammenleben zwischen den Polynesiern und den Europäern, die vor allem die tahitianischen Männer herablassend behandeln.

Nur ein Europäer überlebt

Als sich der Matrose John Williams die Frau eines Tahitianers "aneignet", eskaliert die Situation. Die Tahitianer töten den Schmied und vier weitere Meuterer, wenig später wird auch Fletcher Christian ermordet. Der Schotte William McCoy stürzt 1794 betrunken von einer Klippe, Edward Young und John Adams ermorden 1799 den ebenfalls alkoholabhängigen Matthew Quintal. Nachdem Young im gleichen Jahr an Asthma stirbt, bleibt John Adams als einziger Europäer mit zehn polynesischen Frauen und 23 Kindern zurück. Er stirbt erst 1829 eines natürlichen Todes.

Heute leben noch etwa 50 Menschen auf Pitcairn, die meisten von ihnen sind direkte Nachkommen der Meuterer. Sie bilden eine skurrile Gemeinschaft, die sich wegen ihrer abenteuerlichen Geschichte stets großer öffentlicher Aufmerksamkeit erfreut. Offiziell gehört Pitcairn zu Großbritannien und wird von Neuseeland aus verwaltet. Nur ein paar Mal im Jahr läuft ein Schiff die Insel an und bringt die notwendigsten Versorgungsgüter.

Kaum vermischte Population

Zunehmend finden aber auch Kreuzfahrtschiffe mit Bounty-interessierten Touristen den Weg nach Pitcairn. Eine willkommene Einkommensquelle für die Insulaner, die ein kleines Museum errichtet haben und Bounty-Souvenirs verkaufen. Das paradiesische Leben, von dem die Meuterer einst träumten, haben auch ihre Nachfahren auf Pitcairn nicht gefunden. Die Gemeinschaft auf engstem Raum und die seit Jahrhunderten kaum vermischte Population haben das Zusammenleben der Pitcairner stets stark belastet. 2005 gerät die Insel in die Schlagzeilen, da mehrere Männer wegen Kindesmissbrauchs verurteilt werden mussten. Die Überreste der legendären Bounty liegen noch heute in wenigen Metern Tiefe im Wasser der "Bounty Bay" von Pitcairn.

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