Stonehenge - Das verborgene Reich

Megalithanlage als Zentrum einer rituellen Landschaft

Stonehenge gilt als einer der geheimnisvollsten Orte Europas. Bis heute rätseln Forscher über Sinn und Zweck des Monuments, das vor mehr als 5000 Jahren gebaut wurde. Neue Forschungsergebnisse zeigen, dass der Megalith keine isolierte Anlage war. Er stand inmitten einer rituellen Landschaft aus Hunderten von Grabhügeln.

Es ist eine der faszinierendsten Kultstätten Europas. Vor etwa 5000 Jahren begann der Bau dieses rätselhaften Steinkreises von Stonehenge in der Hochebene von Salisbury. Er umschließt einen heiligen Ort, doch die Bedeutung der Kultanlage ist bis heute umstritten. War es eine Sternwarte, ein überdimensionales Kalenderblatt, eine Pilger- und Heilstätte, ein steinzeitliches Lourdes oder gar ein Mahnmal für die Toten? Da seine Erbauer noch keine Schrift kannten, ranken sich bis heute unzählige Mutmaßungen und Theorien um Sinn und Zweck des Monuments.

Mehr als 2000 Jahre Bauzeit

Mehr als 2000 Jahre Bauzeit sowie die Tatsache, dass mehr als die Hälfte der tonnenschweren Steine aus einem rund 40 Kilometer nördlich gelegenen Steinbruch herbeigeschafft wurden, lassen keinen Zweifel daran, dass es sich um eines der bedeutungsvollsten Denkmäler der europäischen Vorgeschichte handelt. Keine andere Megalithanlage in Europa schlug die Menschen so in ihren Bann. Stonehenge gilt als einer der spannendsten Grabungsorte der Welt.


Was war seine Bestimmung? Wer waren die Erbauer, die die riesigen Gesteinsblöcke im Kreis aufstellten? Heute weiß man nicht nur, dass die Anlage in mehreren Phasen errichtet wurde, sondern auch, dass Stonehenge viel mehr war als nur der weltberühmte Kreis der steinernen Riesen. Er ist das Zentrum einer rituellen Landschaft, umgeben von Hunderten von Grabhügeln. Dies ist das Ergebnis einer aktuellen interdisziplinären Forschungsarbeit.

Geheimnisse in drei Metern Tiefe

Magnetikmessung im Umfeld von Stonehenge
Magnetometersysteme messen geringste Unterschiede im Magnetfeld der Erde. Quelle: LBI-ArchPro/Verhoeven

„Terra X" begleitet seit vier Jahren das wohl revolutionärste und aufwändigste Forschungsprojekt der vergangenen Jahrzehnte. Mithilfe von Metalldetektoren, Bodenradar, elektromagnetischen Sensoren und Lasern lüftet es die Geheimnisse im Untergrund rund um Stonehenge. Ohne zu graben dringen österreichische und englische Wissenschaftler bis tief in die jahrtausendealte Geschichte vor.


Sie untersuchten eine Fläche von zwölf Quadratkilometern bis zu einer Tiefe von drei Metern. Dabei entdeckt das internationale Team unter der Leitung von Prof. Wolfgang Neubauer und Prof. Vincent Gaffney ein versunkenes Monument nach dem anderen. Die Ergebnisse bestätigen, dass Stonehenge keine isolierte Anlage am Rande der Salisbury-Ebene war, sondern "das Zentrum verstreuter ritueller Monumente, die im Lauf der Zeit immer mehr erweitert wurden", so Gaffney. Hunderte im Boden verborgene archäologische Strukturen und 17 bisher unbekannte Monumente haben die internationalen Wissenschaftler nach Jahrtausenden digital und virtuell wieder sichtbar gemacht.

Kulturen geben Steinkreis immer wieder neuen Sinn

Erstmals lässt sich nachvollziehen, wie wechselnde Kulturen denselben Ort auf immer neue Weise genutzt, ihm jeweils einen neuen Sinn verliehen haben. Der Steinkreis war umgeben von hunderten Gräbern und Tempeln – das zeigen u.a. die Ergebnisse der virtuellen Archäologie, die Terra X dokumentiert.

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