Das Waterloo der Kosaken

Die Entscheidungsschlacht von Berestetschko

Warum waren die bewunderten verwegenen Reiter immer auch so gefürchtet und verhasst? Was macht ihr Streben nach Freiheit so gefährlich? Der Archäologe Harald Stadler sucht nach Antworten auf dem "wilden Feld", der Urheimat der Kosaken. Er reist in die Länder der ehemaligen Sowjetunion.

Nach dem Fall des eisernen Vorhangs kann endlich die Geschichte der Kosaken vor Ort erforscht werden - ohne ideologische Scheuklappen.

Die "Freien Krieger"

Im 15. Jahrhundert sammelten sich die ersten "Freien Krieger", wie sie genannt wurden, in den unsicheren Grenzregionen Russlands. Zur Abwehr der "ungläubigen" Türken und Tataren konnten Russen und Polen sie hier gut gebrauchen. Hundert Jahre später wollten die Reiter einen eigenen Staat. Dafür zogen sie in den Krieg. Die grausame, vernichtende Entscheidungsschlacht fand 1651 in den Sümpfen von Berestetschko statt.

Das Kloster von Berestetschko in der heutigen West-Ukraine ist ein Wallfahrtsort. Jeder ukrainische Kosak muss es einmal im Leben besucht haben. Berestetschko ist ein Symbol ihres Freiheitskampfes gegen den polnischen König, von dem sie verzweifelt ein eigenes, unabhängiges Territorium forderten.

"Katakomben des Schreckens"

In den "Katakomben des Schreckens" werden die gefallenen Kosaken noch heute als Helden verehrt.- im Gedenken an die verlorene Schlacht von 1651. Für den Professor sind sie allerdings vorrangig von wissenschaftlichem Interesse. Denn Harald Stadler interessieren die Kampfspuren: ein tödlicher Schwerthieb in den Hinterkopf, ein gespaltener Schädel, ein faustgroßes Loch.


Nach einer Siegesserie der Kosaken hatte sich ihnen der polnische König mit seinen Truppen persönlich entgegengestellt. Große Mengen an organischen Funden künden von einer verheerenden Schlacht: wie eine perfekt erhaltene Satteltasche, die im feuchten Boden ebenso konserviert wurde wie ein Pulverhorn aus Leder.

In den Sümpfen eingekesselt

Berestetschko wurde für die Kosaken zum Waterloo. In den Sümpfen eingekesselt und der Beweglichkeit ihrer Pferde beraubt fielen Tausende im Kugelhagel der Polen. Die Niederlage beendete jäh den Traum vom eigenen Staat. Die Geschicke der Kosaken wurden nun wieder von den Herrschern in Warschau und Moskau diktiert.

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