Das Wrack von Playa Damas

Erste Beweismittel im Fall Kolumbus

Professor Donald Hamilton vom Institut für Unterwasserarchäologie der A&M University Texas und sein Team machen sich auf den Weg zum Fundort des Wracks. Sollte das gesunkene Schiff aus der Zeit von Kolumbus stammen, wäre dies für die Forschung eine wissenschaftliche Sensation.

Das Wrack liegt in der kleinen, unscheinbaren Bucht Playa Damas, etwa 30 Kilometer östlich von Portobelo. Die Fundstelle liegt nur knapp 20 Meter von der Küste entfernt, in etwa vier Meter Tiefe. Reichen die Fundstücke aus, um Alter und Herkunft des Wracks zu bestimmen?

Wohl geordnete Kanonen




Der verkrustete Anker sowie die Spanten und Planken sind erste Beweismittel im Fall Kolumbus. Vor allem die vielen Holzstücke lassen die Forscher vermuten, dass unter dem Sand der Schiffsrumpf verborgen liegt. Auffällig auch die Vielzahl der wohl geordneten Kanonen ebenso wie die geringe Menge an Munition. Die Steinkugeln sind ein deutliches Indiz für das hohe Alter des Schiffes. Und noch ein weiterer Befund: Die meisten Spanten sind vom Holzbohrwurm durchlöchert.

Noch rätseln die Männer über Alter und Bautyp. Der erste Verdacht lautet: Es handelt sich um ein kleines Segelschiff, eine Karavelle. Eine Konstruktion, die von Spaniern und Portugiesen Ende des 15. Jahrhunderts eigens für die großen Entdeckungsfahrten über die Weltmeere entwickelt wurde.


In der fraglichen Epoche erkunden einige Kapitäne mit klangvollem Namen die Küste Mittelamerikas. Doch nur Christoph Kolumbus verliert zwischen Portobelo und Playa Damas ein Schiff.

Der Geschichte auf der Spur

Der eigentliche Entdecker des spanischen Wracks sitzt im panamaischen Colón. Schon seit 1990 ist der amerikanische Schatztaucher und Geschäftsmann Warren White der Geschichte auf der Spur. Bei seinen Nachforschungen stieß er auf Berichte, die besagen, dass Christoph Kolumbus zwei Mal in der Bucht von Playa Damas Station gemacht hat. 1997 hat er das Wrack zufällig beim Rifftauchen entdeckt.


Vier Jahre später kehrt Warren White mit einem Bergungsunternehmen aus Panama zurück. White ist davon überzeugt, ein Schiff des Kolumbus gefunden zu haben. Im trüben Wasser stoßen die Taucher auf zehn nahezu unversehrte Kanonen. White lässt die Fundstücke aus dem Wasser hieven, die nicht mit den Korallen verwachsen sind. Die Objekte lagern seither im nahe gelegenen Portobelo und warten dort auf weitere Untersuchungen.

Archäologische Kostbarkeiten



Panamas oberster Archäologe, Dr. Carlos Fitzgerald, hütet die Kostbarkeiten in großen Steinbecken. Mit einem speziellen Gemisch aus Süßwasser und Chemikalien löst er die Verkrustungen. Mehr als 300 Gegenstände müssen langfristig konserviert werden.

Die zur Munition gehörigen Stabringrohrgeschütze und Falkonetten gehen zurück auf eine Zeit zwischen Ende des 15. und Anfang des 16. Jahrhunderts. Hergestellt in einer Epoche also, in der Kolumbus seine vierte Reise antrat. Stabringrohrgeschütze, Schwerter, Lanzen und Holzschilde bilden damals die klassische Expeditions-Ausrüstung. Weiterhin verstaut die Kolumbus-Crew Korn, getrockneten Fisch und gepökeltes Fleisch. Zum Proviant gehören aber auch Wein und Olivenöl. So berichten es die Quellen. Die Nahrungsmittel werden in speziellen Amphoren, den Tinajas, aufbewahrt.

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