Dem Untergang geweiht

Hethiter erobern und brandschatzen das reiche Qatna

Die unberührte Ruhestätte von Qatna ist eine Sternstunde für die Archäologie. Die Visitenkarte einer alten Kultur auf dem Höhepunkt ihrer Macht. Nur kurze Zeit später war sie dem Untergang geweiht.

In dem Verbindungsweg zwischen Palast und Grabstätte erinnern zahlreiche Spuren an das Schicksal des Stadtstaates. Wie Wunden, die nie mehr heilen, künden die lehmigen Wände von schrecklichen Geschehnissen.

Sieg der Pharaonen

Seit dem Ende des 14. Jahrhunderts vor Christus fallen fremde Armeen ins Land ein. Allen voran die Ägypter, die alten Handelspartner. Amenophis II. ist der letzte von vier Herrschern, die ihre Truppen gegen Syrien schicken. Darstellungen an den Tempelwänden von Karnak feiern den Sieg der Pharaonen. Eine Stele hält den Bericht des Amenophis für die Nachwelt fest. "In der Nähe der Stadt Qatna bin ich von Soldaten angegriffen worden. Doch dann erschlug ich eigenhändig den Anführer der Truppen von Qatna", so Amenophis. Sonst berichtet die Quelle nichts.

Die Ägypter jedenfalls haben das Ende von Qatna nicht herbeigeführt. Lange dauerte die Übersetzung der schwierigen hurritischen Passagen. König Idanda erhielt eine Reihe von Briefen. Den Herrscher warnen benachbarte Fürsten eindringlich vor dem Feind. Idandas Leben sei aufs Äußerste bedroht. "Beginne um Dein Haupt zu fürchten", heißt es, die Wagen des Landes Hatti sind ins Land gekommen." Gemeint sind die Hethiter und ihr Feldherr Hannutti, der mit seinen Soldaten gegen die syrischen Städte zieht. Ursprünglich vom nördlichen Schwarzmeergebiet eingewandert, bringen die Hethiter zunächst Kleinasien unter Kontrolle. Im 16. Jahrhundert vor Christus gründen sie ihre Hauptstadt Hattusa.

Übermenschliche Aufgabe

Ihre Schwerter mit Klingen aus hartem Eisen versetzen die Feinde in Angst und Schrecken. Mit Tausenden von Soldaten dringt General Hannutti in den reichen Süden vor. Ein syrisches Königtum nach dem anderen fällt in hethitische Hand. Qatna ist die letzte Stadt, die den Angreifern standhaft trotzt. König Idanda erteilt sogar den Befehl, das Heer umgehend aufzurüsten. Für seine Waffenschmiede eine übermenschliche Aufgabe. Bei Neumond bittet der Regent die Ahnen um Rat: Kämpfen oder aufgeben? Doch die Götter zeigen kein Erbarmen. Das Schicksal wendet sich gegen ihn. Den Untergang der Stadt kann er nicht mehr aufhalten.



Die Truppen des Hannutti erobern und brandschatzen das reiche Qatna. So schildern es die Quellen. Mit dem Sieg gewinnen die Eindringlinge die Herrschaft über weite Teile Syriens. Die Bewohner hingegen sind verloren. Einem Boten gelingt es nach der Schlacht, sich zu Echnaton durchzuschlagen. Zu spät. 1340 vor Christus ist Qatna untergegangen.

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