Der Amerikanische Bürgerkrieg

Industrielle Nordstaaten gegen südliche Agrarstaaten

Der Amerikanische Bürgerkrieg gilt als der einzig größere und und als der verlustreichste Krieg, der auf amerikanischem Staatsgebiet stattfand. Von April 1861 bis Mai 1865 kämpften die Nordstaaten gegen die aus der Union ausgetretenen Südstaaten, die Konföderierten. Mehr als 600.000 Menschen verloren in den zahlreichen Schlachten ihr Leben.

Ausgangpunkt des Krieges waren letztlich unterschiedliche Vorstellungen über die wirtschaftliche Zukunft des Landes. Die beiden Parteien vertraten in dieser Debatte so konträre Positionen, dass sich die wirtschafts- und sozialpolitischen Vorstellungen des Nordens und Südens nicht miteinander vereinbaren ließen.

Konträre Interessen

1860 erreichte die Krise ihren Höhepunkt: Die Nordstaaten, reich an Bodenschätzen, richteten die Wirtschaft auf die Industrialisierung aus. Um ihre Industrien aufbauen zu können, verlangten sie Schutzzölle gegen die europäische Konkurrenz - mit der Konsequenz, dass sich die Preise für Importe von Manufakturwaren erhöhen würden. Diese wirtschaftliche Entwicklung richtete sich klar gegen die Interessen der freihändlerischen Südstaaten, deren Wirtschaft sich auf den Export von Agrarerzeugnissen, wie etwa Baumwolle, und den Import von Manufakturwaren stützte. Die Südstaaten befürchteten, dass sich Abnehmer wie England gegen den Export von Rohmaterialen verwehren würden.

Für die südlichen Agrarstaaten und ihre Plantagenwirtschaft waren die Sklaven als billige Arbeitskräfte enorm wichtig - die industrialisierten Nordstaaten dagegen forderten die Abschaffung der Sklaverei. Sie wollten ihre wirtschaftlichen Aktivitäten auch auf neue Staaten ausweiten. Staatliche Landzuweisungen für Arbeitslose, die Errichtung höherer Schulen und der Bau einer transkontinentalen Eisenbahn sollten für Wachstum und Wohlstand sorgen.

Die Spaltung

Die Wahl des Republikaners Abraham Lincoln, ein Gegner der Sklaverei, zum Präsidenten der Vereinigten Staaten Amerikas im November 1860 löste die Sezession aus. Der Süden akzeptierte das Wahlergebnis nicht und schon im folgenden Monat trat South Carolina als erster Staat aus der Union aus, noch bevor Lincoln sein Amt antreten konnte. Zehn weitere Sklavenhalterstaaten des Südens folgten dem Austritt.

Die elf Staaten schlossen sich zu einer unabhängige Staatengemeinschaft zusammen: Die Konföderierten Staaten von Amerika. Sie wählten den Senator von Mississippi und ehemaligen Kriegsminister Jefferson Davis zum Präsidenten der so genannten Konföderation. In ihrer Verfassung erklärten die Konföderierten die Sklaverei im gesamten Staatsgebiet nicht nur für zulässig, sondern auch für nicht abschaffbar.

Die Konföderierten schlagen zu

In der Rede zu seiner Amtseinführung am 4.März 1861 beteuerte Lincoln, nicht als erster zu Gewaltmaßnahmen zu greifen. Die Konföderation traf eine Entscheidung: Am 12. April 1861 beschossen die Truppen der Konföderierten Fort Sumpter im Hafen von Charleston und eröffneten damit den Krieg gegen die Union. General Robert E. Lee wirkte bei den Truppen der Konföderierten als maßgebender militärischer Kopf. Auf der gegnerischen Seite galt General Grant als einer der wichtigsten Strategen. Präsident Lincoln befahl den Unionsstaaten im April 1861 eine 75.000 Mann starke Freiwilligenarmee aufzustellen und erteilte den Auftrag, die Rebellion der Konföderation niederzuschlagen.

Den Milizsoldaten an den Waffen fehlte es jedoch an Organisation. Somit verloren die Nordstaaten zu Beginn des Krieges die meisten Gefechte, obwohl die Union den Konföderierten militärisch mit Drei zu Eins überlegen war. Auch in der ersten großen Schlacht am Bull Run triumphierten die Konföderierten über die Union. Während der ersten beiden Kriegsjahre konnten die Nordstaaten nur in wenigen Kämpfen Erfolge verzeichnen.

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