Der Amerikanische Bürgerkrieg, Teil 2

Blutiger Weg zur Union

Im dritten Kriegsjahr nahm der Sezessionskrieg eine neue Wende: Die von der Union gebildete Seeblockade zeigte Wirkung. Die Blockade isolierte die Küste der Südstaaten, die somit von den lebenswichtigen Handelsrouten zu Europa und Asien abgeschirmt waren: Baumwolle konnte nicht exportiert und Waffen sowie Munition nicht importiert werden.

Die große Schlacht von Gettysburg Anfang Juli 1863 stellt für Historiker die für den Amerikanischen Bürgerkrieg entscheidende Schlacht dar.

Der Wendepunkt

In der drei Tage andauernden Schlacht besiegten die Unionstruppen die Konföderierten, von denen nur wenige Soldaten überlebten - General Lee ordnete den Rückzug an. Mit der fast gleichzeitigen Eroberung von Vicksburg durch General Grant gelang dem Norden der bedeutendste strategische Sieg: Der Mississippi konnte kontrolliert werden und die Staaten Arkansas, Louisiana und Texas waren abgeschnitten.



Die Konföderierten befanden sich nach diesem Sieg der Unionsstaaten in einer schwierigen Situation: Viele Soldaten waren in Gefechten gestorben, den anderen Männern gingen zunehmend die Kräften aus und die finanziellen Mittel neigten sich ebenfalls dem Ende. Trotz allem waren die Südstaaten entschlossen, für ihr Ziel der Unabhängigkeit bis zum Letzten zu kämpfen. Die Union profitierte hingegen immer mehr von seinen Ressourcen an Material und Mannschaften und konnte Verluste besser ausgleichen.

Die Kapitulation

Auch die folgenden Schlachten und Scharmützel entschieden die Unionstruppen größtenteils für sich. Ihr Ziel, die Sklaverei aufzuheben und die Rebellion niederzuwerfen, formulierten sie zu diesem Zeitpunkt offen und rückten ihm von Sieg zu Sieg näher. Nachdem die Unions-Kavallerie auch Richmond, die Hauptstadt der Konföderierten, erobert hatte, schnitt sie General Lee beim Gefecht von Saylers Creek den Rückzug ab.

Die Konföderierten blieb keine andere Wahl als die Kapitulation: General Lee und die Reste seiner Armee ergaben sich am 9. April 1865 vor General Grant bei Appomattox Court House in Virginia. Die letzten konföderierten Truppen gaben sich gute zwei Wochen später bei Durham in North Carolina geschlagen. Der Sezessionskrieg nahm nach vier Jahren blutiger Gefechte ein Ende.

Die nationale Einheit

Beim Amerikanischen Bürgerkrieg ging es vordergründig nicht um die Abschaffung der Sklaverei. Im Mittelpunkt stand vielmehr die Frage, ob ein einzelner Bundesstaat das Recht besitzt, jederzeit aus der gemeinsamen Union auszutreten. Die Südstaaten pochten auf dieses Recht und dementsprechend kämpften die Konföderierten nach eigenem Selbstverständnis für die Rechte der Einzelstaaten. Die Kapitulation der Südstaaten bewirkte die Erneuerung der nationalen Einheit. In einem Grundsatz wurde beschlossen, dass die Unions-Staaten nicht mehr aufzulösen sind. Von 1865 bis 1877 wurden die Südstaaten durch die so genannte Rekonstruktion zur Rückkehr in die Union genötigt.

Das wichtigste Ergebnis des Sezessionskriegs war jedoch die Abschaffung der Sklaverei. Das Verbot der Sklaverei wurde als 13. Zusatzartikel in die Verfassung der Vereinigten Staaten aufgenommen und trat am 18.12.1865 in Kraft. Lincoln war zu diesem Zeitpunkt bereits tot. Am 14. April 1865 verübte ein fanatischer Südstaatler ein Attentat auf den Präsidenten, der einen Tag später seinen Verletzungen erlag. Der 13. Zusatzartikel wurde zu Lincolns Vermächtnis.

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