Der Don - Vater aller Kosaken

Anmerkungen von Filmautor Wojtek Krzeminski

Freiheit, Raum, wilde Steppe - Beschreibungen des Lebensraums der Kosaken legen solche Schlüsselbegriffe schnell nahe. Mancher denkt auch an Stereotypen wie: Russland sei ein Land voller traditioneller Pferdegespanne, der so genannten Trojki, voller Bären, die mitten auf den Straßen in Städten spazieren, voller Kälte und natürlich Wodka.

Die Kälte und der Wodka kommen in Russland durchaus in beinahe unbeschränkten Mengen vor. Doch nicht einmal traf ich dort einen Bären auf der Straße, und der Schlitten, mit dem ich fuhr, war an ein, und nicht an drei Pferde gespannt.

Klischee und Realität

Voller Zweifel fliege ich nach Rostov und frage mich, ob ich dort die endlose Steppe und die wilden Kosaken werde finden können? Das ist es doch, was die Zuschauer erwarten. Glücklicherweise zeigt es sich, dass die Klischees über die Kosakenwelt durchaus der Realität entsprechen. Jeden Tag auf dem Weg zum Drehort bewundern wir Landschaften, die sich als wunderschöne Ansichtskarten verkaufen ließen. Ein Sonnenuntergang über der Steppe ist Magie pur und eine Fahrt auf dem Don gehört zu den außergewöhnlichsten Erlebnissen.



Doch am wichtigsten sind die Menschen, die wir während der Dreharbeiten treffen. Einer von ihnen ist Wladimir Woronin, ein Kosakenoberst, der Betreuer unseres Teams. Er macht es uns möglich, den Geist des echten Kosakentums zu spüren. An einem Juliabend sitzen wir in seiner Datscha am Don und essen Krebse. Wladimir erzählt von der Geschichte der Kosaken, von ihren Bräuchen und Traditionen.

Geschichte und Wirklichkeit

Wir malen uns Kosakenreiter und blutige Schlachten aus - all das zum Greifen nah. Dieselbe Geschichte in einem Klassenraum in Berlin, Warschau oder gar in Moskau erzählt, wäre zu einem langweiligen Vortrag geworden. Doch hier verbindet sich die Geschichte zu einer untrennbaren Einheit mit der Wirklichkeit. Darin liegt wohl die Magie des Kosakentums: Wer es einmal hat spüren können, der wird sich von der Sehnsucht nach der Steppe und dem Don nie mehr befreien können - und von der Sehnsucht nach der Freiheit.

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