Der Geheimcode von Stonehenge

Neue Erkenntnisse über die berühmte Megalithanlage

Stonehenge gilt als einer der geheimnisvollsten Orte Europas. Lange hat man gerätselt, warum Menschen sich vor Jahrtausenden die Mühe machten, tonnenschwere Steinblöcke aufzurichten. Bisher haben die Wissenschaftler keine umfassende Erklärung gefunden. Doch die Funde des britischen Archäologen Mike Parker Pearson lassen eine neue Deutung zu.

Eine Art Sonnenkult

Steine werden zu Stonehenge aufgerichtet
Steine werden zu Stonehenge aufgerichtet Quelle: ZDF

Um die Stelen in der Grafschaft Wiltshire ranken sich unzählige Theorien, Mythen und Legenden. Sie reichen von einem gewaltigen Himmels-Observatorium über einen Tempel für den römischen Sonnengott bis hin zu dem Zauberer Merlin als Baumeister. Heute weiß man, es waren Menschen der Jungsteinzeit, die die berühmteste Megalithanlage Europas errichteten.
Vor über 5000 Jahren, in einer Zeit, in der weder Schrift noch Rad erfunden waren, gelang ihnen die exakte Ausrichtung auf einen bestimmten Sonnenstand. Es muss hier eine Art Sonnenkult gegeben haben. Darüber sind sich die Wissenschaftler einig. Aber viel mehr wussten die Forscher über den Steinkreis nicht.

Teil eines größeren Ganzen

Der Archäologe Mike Parker Pearson von der Universität Sheffield leitet die größte archäologische Untersuchung, die je in Stonehenge durchgeführt wurde. Seit sieben Jahren führen er und seine Mitarbeiter Grabungen im umliegenden Gelände durch. Jetzt glaubt er, den Schlüssel zum Geheimcode von Stonehenge gefunden zu haben.
Parker Pearson ist davon überzeugt, dass der berühmte Steinkreis nur Teil eines weit größeren Ganzen ist. Der Impuls zu dieser Vision kam ihm durch einen Fund, der bisher nicht enträtselt wurde: prähistorische Pfahlgruben. Parker Pearson gelang es, diese Löcher in der Nähe von Stonehenge als Spuren einer weiteren Kreiskonstruktion zu identifizieren. Diesmal allerdings nicht aus Stein, sondern aus Holz.

Der britische Archäologe ist davon überzeugt, dass das gesamte Areal rund um Stonehenge, inklusive des Flusses Avon, ein gewaltiger, zusammenhängender Kultbezirk ist, in dem sich die Menschen aus England zweimal im Jahr trafen, um gemeinsam die Sommer- und Wintersonnenwende zu feiern und zugleich der Verstorbenen zu gedenken. Diese Treffen, davon war er überzeugt, mussten Spuren hinterlassen haben.

Nordeuropas größte Steinzeit-Siedlung

Ausgrabungsort bei Stonehenge
Ausgrabungsort bei Stonehenge Quelle: ZDF

Wo also lebten diese Menschen? Diese Frage ließ Parker Pearson keine Ruhe. Wenn seine Idee von einem Bereich der Toten und einem Bereich der Lebenden Stand halten sollte, dann musste das Dorf nördlich von Stonehenge zu finden sein. Tatsächlich wurde er an einer Stelle fündig, in deren Umfeld vor ihm schon viele Archäologen gesucht hatten : und er entdeckt eine Sensation: Was sein Team zunächst für ein kleines Handwerkerdorf hielt, entpuppte sich als Nordeuropas größte Steinzeit-Siedlung. All diese Funde lassen vermuten, dass Stonehenge tatsächlich eine ganz andere Bedeutung haben könnte.

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