Der Geschichte auf der Spur

Nur ein winzig kleiner Fleck im weiten Ozean

Es war nicht leicht, die nur ungefähr bekannte Stelle des Untergangs zu erreichen, dort 4.500 Meter tief zu tauchen und das Wrack tatsächlich zu finden.

Sofort nach Erreichen der Koordinaten setzte die Crew den ersten von insgesamt vier so genannten Transpondern aus, die auf dem Meeresboden stehend die Eckpunkte des Quadratkilometers markierten, innerhalb dessen die Bismarck liegt, und so den Tauchbooten die Orientierung erleichtern sollten. Denn der Kapitän der Keldysch kannte die ungefähren Bismarck-Koordinaten. Die eigene Position kann man mit Hilfe des Satelliten-Systems GPS ermitteln. Durch akustische Signale vom Mutterschiff und von den vier Transpondern von mehreren Seiten beschallt, können die Tauchboote sowohl ihre Position im markierten Quadrat als auch gegenüber dem Mutterschiff bestimmen. Die Vorbereitungen waren abgeschlossen.

Reise in die Tiefe

Die beiden MIR-Tauchboote, an deren Entwicklung Sagalewitsch beteiligt gewesen war, waren in Spezialhangars auf Deck untergebracht. Um sie aussetzen zu können, bedurfte es einiger Vorbereitungen. Vorauskommandos gingen zuvor in Booten und Barkassen von Bord. Sie sollten die Tauchfahrzeuge im Wasser sichern. Der Wellengang darf für solche Manöver nicht zu stark sein. Ein bis zwei Meter sind zu bewältigen. Wenn er gravierend zunimmt, kann man nicht tauchen. Wenn das Wetter jedoch plötzlich schlechter wird, gibt es ein Problem, die U-Boote wieder rauszuholen. Nach den letzten technischen Checks stiegen der Forschungsleiter McDowell und Sagalewitsch in das Tauchfahrzeug. Der Aufbruch in die dunklen ozeanischen Tiefen ist immer ein Augenblick zwiespältiger Gefühle, gespannter Begeisterung und banger Hoffnung. Hermetisch abgeschottet vom Rest der Welt, beginnt eine Reise ins Ungewisse.

Riskantes Manöver

Bevor die MIR ins Wasser gelassen wird, muss die Mannschaft im Beiboot die Schleppleine fest im Griff haben. Mit dem Tau müssen die Männer das Tauchboot vom Mutterschiff möglichst rasch wegziehen, was bei bewegter See keine leichte Aufgabe ist. Das ist immer der gefährlichste Augenblick; die MIR ist ein Spielball der Wellen. Die 18 Tonnen schwere MIR 1 taucht ab in die ewige Dunkelheit. Trotz der leistungsstarken Technologie des russischen Mini-U-Bootes ist die Ausstattung vergleichsweise spartanisch. Im schmalen Cockpit steht nur eine gut eineinhalb Meter breite Sitzbank zur Verfügung.

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