Der Kampf um die Steine

Im Land der glitzernden Steine

Die von den Diggern aufgekauften Claims waren der Grundstein für ein De Beers-Imperium.

Eine zeitgenössische Karte verdeutlicht die Besitzverhältnisse nach dem ersten "Gefecht". Der Großteil der De Beers Mine gehörte von nun an Cecil Rhodes. Die Mehrheit am Big Hole hielt Barney Barnatos "Kimberley Central Diamond Mining Company". Er war der erste, der einen tiefen Schacht in die Granitschicht trieb - eine so genannte Pipe. Der "blue ground" sollte reiche Ernte bringen. In jener Zone nämlich lagerten die meisten Diamanten: kristallisierter Kohlenstoff, vor Jahrmillionen aus vulkanischem Gestein durch hohen Druck und Temperaturen von mehr als tausend Grad Celsius entstanden. Flüssiges Magma katapultierte die Partikel aus dem glühenden Höllenofen an die Oberfläche. Das Gros der harten Minerale jedoch blieb in einer Tiefe zwischen 100 und 800 Metern in verfestigtem Magma, dem Kimberlit.

Der Beginn eines Imperiums

Die Gründung der Kimberley-Minengesellschaft im März 1881 markierte für Barnato den Wendepunkt in seinem Leben und den ersten Schritt auf dem Weg zu einem gigantischen Wirtschaftsimperium. Cecil Rhodes hatte bereits ein Jahr zuvor, am 1. April 1880, die "De Beers Mining Company" aus der Taufe gehoben. An dem Unternehmen beteiligten sich die mächtigsten Miteigner der Mine. Rhodes überzeugte sie davon, dass sie nur im Verbund den Weltmarkt beeinflussen könnten.

Zwei ungleiche Selfmade-men

Innerhalb von zwölf Monaten stiegen die beiden Briten in den Geldadel auf. Im Gleichschritt verdrängten sie jeden Konkurrenten. Ab 1884 verzeichnete Barnato einen Umsatz von stolzen 200.000 Pfund jährlich - umgerechnet etwa 20 Millionen Euro. Rhodes konnte im gleichen Jahr mit mehr als 73.000 Karat Diamanten aus der De Beers-Mine aufwarten. Sein Vermögen kletterte damit immerhin knapp über die 100.000 Pfund-Grenze. Durch die Ausgabe von Aktien erhielten die Unternehmen einen weiteren Kapitalschub. Die Papiere erzielten Rekorderlöse und rangierten auf allen Handelsplätzen unter den Spitzenreitern. Die beiden Chefs hätten unterschiedlicher nicht sein können: Der bauernschlaue Barney Barnato war ein Lebemann - profitorientiert, doch ungebildet. Nächtelang trieb er sich in den verräucherten Kneipen Kimberleys herum. Es schien, als spiele er die Rolle des reichen Geschäftsmannes nur. Cecil Rhodes gönnte sich nur gelegentlich ein Bier und mied Gesellschaft.

Für das Vaterland

Barnato stand Rhodes' Plänen im Weg. Rhodes wollte das Diamantenmonopol für sich und zum Ruhm des britischen Empire. Königin Victoria förderte die Ambitionen des ehrgeizigen Emporkömmlings. Er genoss die volle Unterstützung der Regentin. Dank ihrer Majestät kandidierte Rhodes 1881 erfolgreich als Abgeordneter für das Parlament. Der Beginn einer steilen politischen Karriere, die ihn eines Tages auf den Stuhl des Premierministers der Kap-Kolonie führen sollte. Zu keiner Zeit verließ sich der Selfmade-Millionär allein auf einflussreiche Fürsprecher. Er investierte in renommierte Zeitungen, um so die öffentliche Meinung in seinem Sinn zu manipulieren.

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