"Der Landkrieg"

Ungeklärte Wegerechte führen zum Katz-und-Maus-Spiel

Bensons Ingenieur Benton zögert mit dem Pipelinebau, denn es fehlen noch rund ein Dutzend Wegerechte. Fehlt ihm nur eine Erlaubnis, sind die anderen Wegerechte vollkommen nutzlos. Doch Benson will nicht länger warten. Er ordnet an, mit dem Bau der Pipeline trotzdem zu beginnen. Ein schwerer Fehler, wie sich bald herausstellen wird.

Strohmann von Rockefeller kauft Land (Spielszene)
Strohmann von Rockefeller kauft Land (Spielszene) Quelle: ZDF

Schon kurz nach dem Startpunkt der Pipeline muss Bensons Bautrupp das Land einer Eisenbahngesellschaft überqueren, doch die ist eng mit Rockefeller verbündet - und der verweigert jedes Wegerecht. Da fasst Benson einen kühnen Entschluss. Wenn die Eisenbahngesellschaft keine Erlaubnis erteilt, dann eben ohne. In einer Nacht-und-Nebel-Aktion lässt er die Gleise unterqueren. Doch am nächsten Morgen gehen die Eisenbahner gegen Bensons Bautrupp vor. Ein wilder Kampf zwischen den Ölmännern und Eisenbahnern bricht aus. Am Ende behalten die Eisenbahner die Oberhand. Die Pipeline wird von einer Lokomotive aus der Erde gerissen. Bensons erster Verlegungsversuch ist schmerzlich gescheitert. Es bleibt der riskante Gang vors Gericht.

Sensationelles Urteil

Doch Benson hat Glück. Der Fall wird einem Richter zugewiesen, der Rockefeller und seiner Standard Oil Company wenig Sympathie entgegenbringt. Zudem argumentiert Benson, der Nutzen seiner Pipeline von den Ölfeldern bis in den Osten sei für die Allgemeinheit so groß, dass die Land-Eigentumsrechte außer Kraft gesetzt werden müssten. Das Urteil kommt einer Sensation gleich: Rockefeller darf die Gleise unterqueren. Als Rockefeller von dem Urteilsspruch erfährt, ist er aufgebracht. Immer hatte er die Richter mit großzügigen Geschenken bedacht, und stets hatten sie in seinem Sinne entschieden. Jetzt schwächt Benson mit seiner Pipeline seinen Einfluss.

Zeitplan im Verzug

Neuartige Zange zum Verschrauben der Rohre
Neuartige Zange zum Verschrauben der Rohre Quelle: ZDF

Benson sieht zu dieser Zeit nur noch eine Hürde vor sich: die Wildnis des Allegheny Gebirges. Durch diese seit Jahrhunderten unberührte Natur arbeiten sich seine Bautrupps mühsam vorwärts. Auch die technischen Probleme sind für die Arbeiter immens. Benson hat neuartige Zangen entwerfen lassen. Sie sollen helfen, die Röhren miteinander zu verschrauben. Doch die Rohre sind mit ihren acht Metern Länge zu sperrig. Immer wieder verkanten sie sich im Gewinde. Bensons Zeitplan gerät mehr und mehr in Verzug. Im ersten Monat werden nur 600 Meter Pipeline verlegt. Bei diesem Tempo, rechnet er aus, würde der gesamte Bau 25 Jahre dauern.

Doch die Männer lernen schnell dazu. Die ungewohnte Arbeit wird zur Routine. Die Tagesleistung steigt sprunghaft an. Nach nur fünf Monaten ist bereits die Hälfte der Pipeline verlegt. Alle glauben, in wenigen Wochen schon seien sie am Ziel. Bensons Siegeszug scheint nichts mehr aufhalten zu können. Doch da bricht über die Männer einer der härtesten Winter in der Geschichte Pennsylvanias herein. Benson versucht, den Nachschub mit Schlitten aufrecht zu erhalten. War der Weg durch die Wildnis bisher schon äußerst mühsam, ist er jetzt fast unmöglich. Immer wieder kommt es zu gefährlichen Zwischenfällen.

Rockefellers neue Hinterlist

Rockefellers Geschäftspartner feiern
Rockefellers Geschäftspartner feiern Quelle: ZDF

In Cleveland wird unterdessen angestoßen. Rockefellers Geschäftspartner und Berater

sind bester Laune. Sie sind überzeugt, der Schnee wird Benson endgültig aufhalten und sein Projekt in die Knie zwingen. Die Feierlaune hält Rockefeller selbst jedoch für verfrüht. Benson wird niemals so leicht aufgeben, mahnt er. Und der Schnee schmilzt schneller als gedacht. Da befiehlt Rockefeller den Eisenbahndirektoren, ab sofort Bensons Nachschub aufzuhalten. Schon am nächsten Tag werden Züge mit Waren für Benson unter den abenteuerlichsten Vorwänden auf Abstellgleise umgeleitet. Man suche nach entflohenen Häftlingen oder die Waggons müssen kontrolliert werden, lässt man die Zugführer wissen.

Rockefeller will mit dieser Hinterlist Zeit für einen kühl kalkulierten Schachzug gewinnen. Jetzt soll sich rächen, dass Benson noch immer nicht das Wegerecht über die gesamte Pipelinestrecke besitzt. Denn Rockefeller lässt durch Strohmänner im Alleghenygebirge heimlich Landparzellen aufkaufen, von Norden nach Süden. Diese Blockade soll Benson endgültig den Weg abschneiden. Benson schickt im Gegenzug mehrere Vermesserteams aus, um unterschiedliche Trassen zu suchen und so Rockefellers auf falsche Fährten zu locken. Doch der hat immense Geldmittel zur Verfügung und kauft so viel Land, wie er nur kriegen kann. Rockefeller ist bereit, für eine kleine Farm inmitten tiefster Wildnis 250.000 Dollar zu zahlen, nur um Benson zu blockieren. Das Katz-und-Maus-Spiel wird als "der Landkrieg" in die Lokalhistorie eingehen.

Erneuter Spionagefall

Karte mit Grundstücksparzellen
Karte mit Grundstücksparzellen Quelle: ZDF

Benson hat nicht mehr viel Zeit. Er reitet selbst zu den Farmern, die noch nicht verkauft haben. Viele der Siedler sympathisieren mit seinem Plan und lassen sich überzeugen. Er scheint im Wettlauf mit Rockefeller wieder aufzuholen. Aber Rockefellers Agenten wissen offenbar immer schon vorher, wohin er reitet. Jedes Mal taucht kurz nach Benson einer von Rockefellers Männern auf und bietet den Farmern das Vielfache dessen, was Benson anbot. Schnell schwinden bei den Siedlern die Vorlieben für das Pipelineprojekt. Es muss eine undichte Stelle geben, die Rockefeller über jede Aktion seines Gegners informiert.

Landstreicher wird verhört (Spielszene)
Landstreicher wird verhört (Spielszene) Quelle: ZDF

Eines Abends wird ein Landstreicher zu Benson gebracht. Die Männer sind überzeugt, dass er ein Spitzel ist. Auffallend oft hat er sich in einem Telegraphenbüro herumgetrieben, das Benson regelmäßig nutzt. Der Mann leugnet, verstrickt sich aber in Widersprüche. Ein stundenlanges Verhör bringt schließlich die Wahrheit ans Licht. Der Landstreicher ist in Wahrheit ein Telegrafist, der für Rockefellers Standard Oil Company arbeitet. Nachdem die undichte Stelle beseitigt ist, kann Benson heimlich mit den Farmern verhandeln. Rockefellers durchtriebener Plan scheint durchkreuzt.

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