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Der Rivale

Maximilian von Bayern betritt die Bühne

Wallenstein ist der letzte große Condottière, ein Söldnerführer, der ein eigenes Regiment befehligt und es in den Dienst des Kaisers stellen will. Es wird ihm gelingen, 100.000 Mann unter Fahneneid zu stellen - eine gewaltige Armee, die ihn zum heimlichen Herrscher macht. Für den ersten Feldzug setzt der Kaiser aber auf einen anderen Mann.

Im Reich herrscht zu Beginn des Krieges eine wirtschaftliche Krise, die Wallenstein für die Rekrutierung von Soldaten zu nutzen weiß.

Immer mehr Männer suchen Unterschlupf in den Armeen, um der drohenden Verelendung zu entgehen. Wallenstein ruft eine erste Kriegsindustrie ins Leben. Mit imposanten Rüstungen lässt er seine Elite-Soldaten ausstaffieren. Für das "Unternehmen Krieg" müssen gewaltige Stückzahlen her. Nie zuvor ist das Handwerk vor eine vergleichbare Aufgabe gestellt worden. Mit den besten Modellen aus den Waffenschmieden seiner Zeit stattet der Rüstungsmanager sein Heer aus. Feuerwaffen will er auf seinen Feldzügen massiv zum Einsatz bringen.

Geheimer Bund

Wallensteins Elite-Einheiten sollen für den Kaiser gegen die böhmischen Rebellen kämpfen. Als Oberbefehlshaber und Geldgeber für den ersten Feldzug aber setzt der Herrscher zunächst auf einen anderen Mann. Maximilian von Bayern betritt die Bühne des Krieges. Er wird zum größten Rivalen Wallensteins werden. Der Münchner Cousin des Kaisers regiert einen gut funktionierenden Nationalstaat und verfügt ebenfalls über ein eigenes Heer.

Zugleich ist Maximilian ein fanatischer Verfechter des katholischen Glaubens. In der Hofkapelle seiner Münchner Residenz schließt er mit dem Kaiser einen geheimen Bund. Als Lohn für einen gelungenen Militär-Schlag verspricht Ferdinand ihm das protestantische Pfälzer Kurfürstentum. Dieses Pfand sollte den Krieg ins Herz des deutschen Reiches tragen.

Männer der Gegensätze

Die prächtige Kapelle seiner Münchner Residenz zeugt vom tiefen Glauben des Bayernherzogs. Hier büßt er seine Sünden, um den himmlischen Mächten zu gefallen. Hier betet er zur "gebenedeyten Mutter Gottes - als seiner Generalin". Zwei Männer wählt sich der Kaiser als Verbündete, die gegensätzlicher nicht sein können. Wallenstein gilt als gottlos. In seinem Horoskop ist die Rede von der "Verachtung aller Sitten und Gebote, sogar der Religionen." Was ihn mit dem Bayernfürsten verbindet, ist die Lust an der Macht. Von Wallenstein sagt man, er strebe selbst nach der Kaiserkrone. Er sei nur seinen Wolllüsten ergeben, schreibt der große Astronom Johannes Kepler, der Saturn im Aufgang mache ihn empfänglich für Alchemie und Zauberei, Magie und Melancholie. Er habe ein unruhiges Gemüt - ein Herr "mit allzeit wachen Gedanken", der Neues, Unversuchtes wagt.

Das Heer des Bayernherzogs zieht von München nach Prag, um den böhmischen Rebellen entgegenzutreten. Die waffenstarrende Macht soll der katholischen Sache zum Sieg verhelfen. Ein Protokoll des anbrechenden Glaubenskrieges ist bis heute im Hauptstaatsarchiv in München erhalten geblieben. Pater Jeremias Drexel, der Hofprediger Maximilians, hat über den böhmischen Kreuzzug ein Tagebuch geschrieben. Bereits auf dem Weg nach Prag kommt es zu gewaltsamen Übergriffen gegen Protestanten. "Ein Aufwiegler blieb unbelehrbar", so heißt es, "er wollte lieber in tausend Stücke zerteilt werden, als anders denken."

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