Der Schatz bleibt ein Traum

Regierung und ungenaues Material als Hindernisse

Erfolglos und enttäuscht wie August Gissler verlässt auch die Expedition von Dr. Raul Arias und Steven Weston auf der Okeanos die Schatzinsel. Für die Regierung von Costa Rica ist das Thema Schatzsuche vorerst ad acta gelegt.

Die Regierung Costa Ricas hat die Insel zum Nationalpark erklärt, was die Zahl der Schatzjäger deutlich vermindert hat.

Mikroleptonen-Theorie

In seinem Büro will sich der Historiker Raul Arias nicht mit den ernüchternden Ergebnissen der Expedition zufrieden geben. Erneut sucht er den Kontakt zu der russischen Firma Alkor international mit Firmensitz in London und Chicago. Was stimmt nicht an der Mikroleptonen-Theorie des Physikers Anatoly Okhatrin? Das Satellitenbild zeigte deutlich farbliche Veränderungen an den Stellen, wo das Mikroleptonenfeld Metall ortete. Mikroleptonen sind angeblich Elementarteilchen, die 1000mal kleiner sind als Elektronen. Diese Teilchen erzeugen ein Feld - so die Theorie - das per Satellit mit speziellem Filter sichtbar gemacht werden kann.

Raul Arias glaubt an die Theorie - so lange bis jemand das Gegenteil beweisen kann. Renomierte Physiker tun dies nicht. Sie lehnen die Thesen ihres russischen Kollegen energisch ab. Die Firma Alkor verweist auf angebliche Erfolge bei der Rohstoffsuche: Länder wie Kasachstan, Zypern oder Russland stehen auf der Referenzliste des dubiosen Unternehmens.

Idee zum Roman

Im Roman "Die Schatzinsel" von Robert Louis Stevenson jagt der Bösewicht John Silver das Gold. Der Schatz wird gefunden, der Mythos von der Schatzinsel geht in die Weltliteratur ein. Der britische Schriftsteller war im Jahr 1880 auf Hochzeitsreise in Kalifornien. In den Hafenkneipen soll er die mysteriösen Geschichten von der Kokosinsel aufgeschnappt haben. Möglich, dass in einer solchen Spelunke die Idee zum Roman Gestalt annahm. Geschrieben hat er ihn, nach eigenem Bekunden, in Schottland: "An einem kühlen Septembermorgen vor dem Kamin und der Regen hämmerte an das Fenster." Eine Insel als Sehnsuchtsmotiv. Im Roman findet der kleine Jim Hawkins die Schatzkarte.

In der Legende vom Kirchenschatz von Lima bekommt sie John Keating, ein Name, der sich in den Schiffsmeldungen von St. John's in Neufundland findet. Mindestens ein Mal war er auf der Kokosinsel. Der Legende nach soll er als wohlhabender Mann in Neufundland gelebt haben. Am Sterbebett des alten Kapitän Thompson bekommt er die Schatzkarte in die Hände. In einem Brief schreibt er später, er habe einen Teil des Schatzes gefunden, den Rest jedoch auf der Insel gelassen. Zu schön, um wahr zu sein. Irgendwann wird das Juwel im Pazifik sein Geheimnis lüften. Bis dahin und wahrscheinlich lange darüber hinaus wird die Kokosinsel die Fantasie der Menschen beflügeln, wie der Roman von Stevenson.

Der Ruf des Goldes

Die Geschichte von Kapitän Thompson, der Mary Dear und dem sagenumwobenen Kirchenschatz von Lima bleibt für immer untrennbar mit der Kokosinsel verbunden. Mit einer alten Karte und ein wenig Fantasie geht vielleicht der Jungentraum vom großen Schatz irgendwann in Erfüllung. Schatzlegenden gehören zur Geschichte Südamerikas seit der Inkakönig Atahualpa den Spaniern vom sagenhaften Eldorado erzählte. Wer kann sich dem Ruf des Goldes schon entziehen.

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