Der Schatz ist zurück

Kortes zweijährige Jagd wird von Erfolg gekrönt

Der Quedlinburger Domschatz wird mit regulärer Post nach Whitewright, Texas verschickt. Die Frage die für den Schatzjäger Willi Korte zu klären ist: Liegt er dort auch noch 45 Jahre später? Joe Tom Meador kann keine Auskunft mehr geben. Der Schatzdieb stirbt 1980 an Krebs.

Päckchen aus dem Tresor wird geöffnet (Spielszene) Quelle: ZDF

Willi Korte entschließt sich, die Erben zu konfrontieren. Sie führen den Eisenwarenladen der Meadors in Whitewright. Mit einem britischen Filmteam rückt ihnen Korte zu Leibe.

Die Erben schweigen zunächst

Doch weder Joe Meadors jüngere Schwester Jane noch sein greiser Bruder Jack lassen sich davon aus der Ruhe bringen. Während Jack Meador weiter auf Zeit spielt und Willi Korte hinhält, wird über einen Mittelsmann in der Schweiz eine weitere Handschrift aus dem Schatz angeboten. Da wird es selbst John Farley, dem Direktor der First National Bank in Whitewright zu viel.

Kraft einer richterlichen Anordnung müssen die Erben von Joe Tom Meador am 20. Juni 1990 ihr Schließfach in der First National Bank öffnen. Im Tresorraum der First National Bank marschiert ein halbes Dutzend Anwälte, US-Marshals und Kunstexperten auf. Für Willi Korte ist dies die Stunde der Wahrheit. Die Jagd nach dem Domschatz von Quedlinburg hat ihn an diesen Ort geführt. Zwei Jahre Recherche, Dutzende von Zeugen, Hunderte Spuren und Tausende Seiten von Akten hat Korte bewältigt. Er geht davon aus, dass in dem Safe der unendlich wertvolle Schatz liegen muss. Wenn er keinen Fehler gemacht hat.

Päckchen aus dem Tresor in Whitewright Quelle: ZDF

Schätze in alten Pappkartons

Doch was die Beamten zu Tage fördern, das hatte sich Korte ganz anders vorgestellt. Was immer da drin ist - es wurde nicht gerade sorgfältig aufbewahrt. In zwei alten mit Klebeband befestigten Pappkartons soll sich die Weltsensation verbergen, der Korte auf der Spur ist. Doch das erste Stück lässt alle Zweifel verblassen, es ist der Reliquienschrein Heinrichs I.

Das Stück hat ein wenig gelitten. Hier und da ein Sprung, laienhaft geklebt, aber er ist es. In ihm verpackt ist eine Reliquienflasche aus Bergkristall, ein kristallener Fisch mit einem angeblichen Marienhaar und weitere Kostbarkeiten. Der Schatz ist wieder da. Ende 1992 wird der Quedlinburger Domschatz nach seiner langen Odyssee wieder vereint im Berliner Kunstgewerbemuseum in der Öffentlichkeit gezeigt. Mitte 1993 kehrt der Schatz an seinen angestammten Platz in der Schatzkammer der Quedlinburger Stiftskirche St. Servatius zurück. Zwei Stücke - ein Umhängekreuz und ein Flakon aus Bergkristall - fehlen bis heute.

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