Der Startschuss

Stürmische See und ein gekapptes Kabel

Im März 1853 Jahres versammelte Cyrus Field eine Gruppe bedeutender New Yorker Geschäftsleute in seinem Büro. Samuel Morse erläuterte ihnen, dass er die Verlegung eines Tiefseekabels über eine Strecke von 2500 Kilometer für durchaus machbar hielt.

Kabelverlegung Quelle: ZDF

Es war die Geburtsstunde der New York-New Foundland-London Telegraph Company - mit Cyrus Field als Hauptgesellschafter und Samuel Morse als Berater.

Erschöpfte Geldreserven

Die Verbindung zwischen New York und St. John in Neufundland sollte der erste Schritt des jungen Unternehmens sein. Dazu mussten 240 Kilometer Unterwasserkabel durch die stürmische St. Lorenz Bay gelegt werden. Beim ersten Versuch geriet der Segler in einen Sturm. Der Kapitän musste das Kabel kappen, um sein Schiff zu retten. Als die Telegrafenkabel endlich verlegt waren, war ein Jahr vergangen. 1600 Kilometer Kabel und über eine Million Dollar waren verbraucht, die Geldreserven des jungen Unternehmens erschöpft. Man hatte das ehrgeizige Projekt unterschätzt, doch die Verbindung nach New York stand.

Unter Zeitdruck

Während Field sich auf die Suche nach neuen Finanziers machte, formierte sich ein neuer Verbund von Telegrafenfirmen von der Ostküste bis zum Missouririver: die Western Union Telegraph Company. Die mächtige Firma sollte bald einen ganz eigenen Plan entwickeln, Europa und Amerika mit einer Telegrafenlinie zu verbinden und so für Field zum unerwarteten Konkurrenten werden.


Cyrus Field war zurück in Manhattan von einer seiner zahlreichen Englandreisen. Er plante mit Technikern und Ingenieuren die Verlegung des ersten Transatlantikkabels. Bereits seit Jahren kämpfte Field darum, dass England oder Amerika endlich geeignete Dampfschiffe zur Verfügung stellen sollte. Langsam lief ihm die Zeit davon. Er hatte seinen Investoren versprochen, 1857 wäre die Verbindung zwischen den Kontinenten vollendet. Nur im Sommer war die Verlegung möglich. Zu jeder anderen Jahreszeit würden Stürme und Eisberge das Unternehmen lebensgefährlich machen.



Wieder und wieder versuchte er, den amerikanischen Kongress zu überzeugen, und schließlich bewilligte der Präsident der Vereinigten Staaten Pierce an seinem letzten Amtstag die Schiffe für den ehrgeizigen Plan. Field glaubte sich am Ziel, was sollte ihn noch aufhalten? Schon bald würden die Agamemnon und die Niagara von Irland aus in See stechen.

Absolutes Neuland

Cyrus Field gab den Startschuss. Er beauftragte die englische Firma Glass & Eliott mit der Herstellung seines Kabels. Doch 1857 war die Herstellung eines Unterwasserkabels von der geforderten Länge absolutes Neuland. Und schon in sechs Monaten wollte Field 4000 Kilometer Kabel mit perfekter Isolation haben.


Schließlich musste eine weitere Firma einspringen, um den Termin zu halten. Ein Zeitdruck, der sich bitter rächen sollte. Währenddessen wurden die Agamemnon und die Niagara umgebaut, Verlegemaschinen auf Deck installiert. Als endlich das Kabel geliefert wurde, schufteten 120 Männer drei Wochen lang, um die riesige Kabelmenge in die kreisförmigen Tanks der Schiffe zu laden.

Um unser Web-Angebot optimal zu präsentieren und zu verbessern, verwendet das ZDF Cookies. Durch die weitere Nutzung des Web-Angebots stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Näheres dazu erfahren Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Gemerkt! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Abonniert! Abo beendet