Der "Tiger von Qin"

Erhabener Kaiser über "alles unter dem Himmel"

Ying Zheng ist erst 13 Jahre alt als er den Thron des kleinen Königreichs Qin besteigt. Noch erkennt niemand seine außergewöhnlichen Fähigkeiten als Feldherr. Keiner ahnt, dass der Junge sich einst zum mächtigen Herrscher eines Weltreichs entwickeln wird.

Legitimer Thronfolger oder Kuckucksei?

Nach dem Tod seines Vaters König Zichu 247 vor Christus trifft der junge Thronfolger einen Entschluss, der nicht nur sein eigenes Leben, sondern das Schicksal von Millionen Menschen bestimmen wird: Ying Zheng schwört seinen Ahnen, dass er das Königreich zu ungeahntem Glanz und grenzenloser Macht führen wird. Der Schwur vor den Vorfahren ist heilig und wird zu einer lebenslangen Bürde.

Die Zeit der "Streitenden Reiche"

Da der neue König noch nicht volljährig ist, führt der Kanzler Lü Buwei die Regierungsgeschäfte des Reiches Qin bis Ying Zheng sein 22. Lebensjahr erreicht hat. Lü Buwei, vor seiner Berufung an den Königshof erfolgreicher Kaufmann, war ein enger Vertrauter des verstorbenen Herrschers Zichu. Er nutzt sein ökonomisches Wissen, um dem kleinen Staat Wohlstand zu bringen. So führt er ein effizientes Steuersystem ein, fördert Handwerk und Handel.


Als Zeichen seiner Untergebenheit schenkte er König Zichu seine Lieblingskonkubine Zhao Li. Im Jahr 259 vor Christus gebärt die einstige Geliebte des Kanzlers einen Thronfolger - Ying Zheng. Überwältigt vor Stolz über die Geburt seines Sohnes lässt Zichu seinem Kanzler eine besondere Ehre zuteil kommen: Er soll Zeit seines Lebens vom Thronfolger "Zweiter Vater" genannt werden. Dass Lü Buwei jedoch vielmehr der erste Vater, nämlich der leibliche ist, ahnt der König nicht.

Auf dem Gebiet des heutigen China streiten zum Zeitpunkt der Thronbesteigung Ying Zhengs sieben Reiche um die Vorherrschaft. Wegen seiner geschützten Lage bleibt der Staat Qin von den verheerenden Schlachten allerdings weitgehend verschont. Umgeben von hohen Bergketten und dem gewaltigen Gelben Fluss ist das Königreich für die Feinde nur schwer anzugreifen.

Der Sturm zur ersten Kaiserdynastie

Während sich die anderen Staaten durch ihre ständigen Fehden erheblich schwächen, baut der heranwachsende König zusammen mit seinem klugen Kanzler eine Militärmaschinerie auf, die es mit jedem Feind aufnehmen kann. Gemeinsam warten Lü Buwei und König Ying Zheng auf eine günstige Gelegenheit, um den Schwur vor den Ahnen zu erfüllen.

230 vor Christus ist die Stunde der Entscheidung gekommen: Ying Zheng lässt seine gewaltige Armee Aufstellung zum Sturm über China nehmen. Die gegnerischen Truppen sind geschwächt, die Menschen kriegsmüde. König Ying Zheng beweist, dass er sich nicht nur in Geduld üben kann, sondern auch ein hervorragender Feldherr ist. Der "Tiger von Qin" zeigt seine Krallen und erobert in den folgenden Jahren ein Reich nach dem anderen.


Seine revolutionäre Kriegsführung lässt den Gegnern keine Chance. Die Armee Ying Zhengs überrollt die Feinde wie eine Feuerwalze. Die Übermacht der Qin ist erdrückend. Rom schickt etwa zur gleichen Zeit 80.000 Mann gegen Hannibal in die Schlacht von Cannae - sie gilt als die größte der europäischen Antike. Ying Zheng aber bietet gegen seine Feinde die unvorstellbare Zahl von einer Millionen Soldaten auf. Verluste in den eigenen Reihen spielen für Ying Zheng keine große Rolle.

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