"Der ungestüme Herrscher"

Dschingis Khan als oberster Anführer aller Mongolen

Im Jahre 1206 hat Temüdschin die letzte Hürde auf dem Weg zur Macht überwunden: Der nun 44-Jährige wird von den Stämmen auf der Großen Versammlung der Mongolen, der Khuriltai, zum obersten Anführer ausgerufen - zum Khan aller Mongolen.

Auf seinem Thron nimmt Temüdschin die Huldigungen der Stammesführer entgegen:

Ein neuer Titel

Von seinen Fürsten erhält er einen Titel, den vor ihm noch keiner geführt hat: Dschingis Khan, "der ungestüme Herrscher".




Die Ernennung der Tausendschaftsführer ist ein weiterer geschickter Schachzug. Dschingis Khan ersetzt den alten Steppenadel durch ihm treu ergebene Gefolgsleute. Das Heer ordnet er ohne Rücksicht auf die Stammeszugehörigkeit der Krieger neu. In der kleinsten Einheit, der Zehnerschaft, ist jeder für jeden verantwortlich. Flieht ein Krieger vor dem Feind, haben auch die anderen neun ihr Leben verwirkt.

Persönliche Leibgarde

Ohne Ansehen von Rang und Stand ernennt Dschingis Khan Degei, den Schäfer, oder Gücügür den Zimmermann zu Feldherrn. Zusätzlich rekrutiert der Khan eine persönliche Leibgarde. Diese rund 10.000 Mann starke Truppe setzt sich aus Söhnen und Brüdern von Aristokraten und Heerführern zusammen. Sie sind Soldaten und Geiseln. Als Faustpfand stellen sie den Gehorsam des Steppenadels sicher.



Dschingis Khan ist nun bereit die Weiten der Steppe zu verlassen. Er sendet Späher in alle Himmelsrichtungen, jedoch nicht nur fremde Länder zu erkunden die es wert sind ausgeraubt und geplündert zu werden. Er will vor allem nach Süden, um die Länder jenseits der großen Wüsten zu unterwerfen. Weder die Wüste Gobi noch die Takla Makan können Dschingis Khans Getreue aufhalten. Ob klirrende Kälte oder sengende Hitze - die kleinen gedrungenen Pferde der Mongolen sind so genügsam wie ihre Reiter. Die Späher kommen mit guten Nachrichten für den Khan zurück. Keines der angrenzenden Reiche ahnt die Bedrohung. Der Invasion steht nichts mehr im Weg.

Weiser Staatenlenker

Der unerbittliche Krieger ist aber auch ein weiser Staatenlenker. Er lernt von ehemaligen Kanzlern anderer Völker, wie man ein Reich verwaltet. Der Analphabet Dschingis Khan begreift auch schnell die Bedeutung des geschriebenen Wortes. Er befiehlt seinem Adoptivsohn Sigi Quduqu, seine Gesetze niederzuschreiben:




Von diesem Tag an werden alle Dekrete, Befehle und Direktiven an die Verwaltung des Reiches niedergeschrieben.

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