Die Augen der Berenike

Hinweise auf Krankheitsbild

Für fünf Jahre thront Berenike als Alleinherrscherin im Palast von Alexandria. In der Hafenstadt herrschte damals buntes Treiben. Riesige Karawanen bringen kostbare Waren aus allen Teilen der Erde. Täglich verlassen Kaufleute die Metropole - die Beutel voller Goldmünzen.

Seit kurzem tragen die Geldstücke auch das Bildnis von Berenike. Als erste Königin von Ägypten ließ sie eigene Münzen prägen. Eine selbstbewusste Aktion. Denn eigentlich war es das Privileg des Pharao, Zahlungsmittel mit dem eigenen Abbild in Umlauf zu bringen. Und ein geschickter Schachzug. Auf diese Weise verbreiteten die Händler die Botschaft der ehrgeizigen Frau: Die Herrin bin ich allein.

Hervorquellende Augäpfel

Ein weiblicher Pharao - mit riesigen, starr blickenden Augen. Ausdruck ihrer Machtgier, wie missgünstige Kritiker behauptet haben. Auf den unterschiedlichen Münzportraits des Clans fallen die hervorquellenden Augäpfel sofort auf. Archäologen nennen sie Ptolemäer-Augen. Mediziner erkennen darin das Anzeichen der Basedowschen Krankheit.

Ungewöhnliche Gewalttätigkeit

Sind die Augen der Berenike ein Hinweis auf eine Überfunktion der Schilddrüse? Auf eine Krankheit, die von Generation zu Generation weiter vererbt wurde? Vielleicht sogar die Erklärung für die ungewöhnliche Gewalttätigkeit des ptolemäischen Geschlechts?

Als Ptolemäus III. 222 vor Christus stirbt, erhebt Berenike Anspruch auf den Thron. Doch ihr ältester Sohn und ihre Tochter stellen sich gegen die Mutter. Sie wollen ihr die Herrschaft über das Land am Nil nicht freiwillig überlassen. Erst beseitigen die Geschwister den jüngeren Bruder, dann schließlich ermorden sie die Königin. Am Ende fällt Berenike ihren eigenen Methoden zum Opfer. Die Kinder sind nur dem mütterlichen Vorbild gefolgt. Das Zepter in Alexandria übernimmt fortan das Geschwisterpaar. Und Berenikes Tochter, Arsinoe III., wird zur neuen Königin von Ägypten erhoben.

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