Die dritte Dimension

Neue Experimente unterstützen die Theorie eines plastischen Abdrucks

Die Datierung des Tuches wird von Experten heute vielfach angezweifelt. Eine Verschmutzung des Stoffes habe das Ergebnis der Karbonanalyse verfälscht. Steht die Forschung damit heute wieder ganz am Anfang?

Computertechnik entlockt dem Turiner Grabtuch ein weiteres Geheimnis, als Wissenschaftler mit den Mitteln der Informatik in den Tiefen des fotografischen Negativs die dritte Dimension entdecken. Durch die Umrechnung der Bilddaten wächst aus dem Foto eine dreidimensionale Gestalt.

Leibhaftiger Abdruck

Sanft und friedlich scheint der Körper bei Betrachtung des dreidimensionalen Computerabbildes zu ruhen. Ein leibhaftiger Abdruck hat das Bild hervorgebracht. Wäre das Turiner Grabtuch ein Werk aus Künstlerhand, wie hätte es dann unter dieser Voraussetzung entstehen können?
In der Universität Nizza befindet sich die Abteilung zur Erforschung paranormaler Phänomene. Die Suche nach Erklärungen für Mysterien und Wunder bestimmt hier den Arbeitsalltag.

Physikprofessor Henri Broch findet für die Herstellung des Turiner Grabtuchs im Mittelalter eine einfache Erklärung: Ein Kontaktabdruck mittels eines Flachreliefs. Zur Demonstration stellt der Professor exemplarisch ein Tuch mit einem Gesichtsabdruck her. Eisenoxydpulver gebunden in Collagen, beides in der Kunst der Epoche gebräuchliche Substanzen, ergeben die Farbe. Flachrelief deshalb, weil es beim Abdruck, anders als bei einer Kopfskulptur, zu keinerlei Bildverzerrung kommt.




Plausibles Verfahren

Bilder, die der Professor nach seiner Methode herstellte, zeigen im fotografischen Negativ die gleiche dreidimensionale Wirkung, wie man sie vom Grabtuchbild her kennt. Ein plausibles und vorstellbares Verfahren.

Enthüllungen und Geheimnisse folgen in der Geschichte des Turiner Grabtuchs immer wieder aufeinander - Wissenschaft und Glauben nehmen hier ihre je eigene Position ein. Sich von Gott ein Bild zu machen, ist Christen erst seit dem 3. Jahrhundert erlaubt. Seither haben Künstler aller Epochen zu seinen Ehren und zur Verkündung des Glaubens an ihn Werke geschaffen. Der Name des Schöpfers des Turiner Grabtuchs wird wohl für immer ungenannt bleiben. Seine Vision von der Passion Christi erlangte jedoch die höchste Verehrung: den Ruf und den Glauben, das wahrhaftige Abbild von Jesus selbst zu sein.




Fließende Grenzen

Auf der Suche nach der womöglich letzten Spur von Jesus sind die Grenzen zwischen Glauben und Naturwissenschaft fließend geworden. An keinem vergleichbaren Gegenstand wurde in den letzten 100 Jahren so intensiv geforscht wie an dem Leinen mit dem Jesusbild.

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