Die Ediacara-Fauna

Paläontologe Jim Gehling erforscht die ältesten mehrzelligen Organismen

Aus Einzellern wurden Mehrzeller, aus diesen wiederum entstand eine komplexe Vielfalt von Lebensformen. Paläontologe Jim Gehling erforscht die ältesten mehrzelligen Organismen: die Ediacarer. Sie stehen möglicherweise für den wichtigsten Fortschritt in der Geschichte des Lebens.

Fossil

Vor etwa 630 Millionen Jahren war die Schicht aus Kohlendioxid dick genug, um die Erde aus dem Griff des Eises zu lösen. Dann begann das große Tauen. Gewaltige Stürme sausten um die Erde, die sich vergleichsweise plötzlich in ein Treibhaus verwandelt hatte. Die Temperaturen schnellten in wenigen Jahrhunderten von -50 Grad auf +50 Grad Celsius in die Höhe.

Nach dem Kälteschock

In der Geschichte des Planeten stellt dieser Wechsel den bislang extremsten Klimawechsel dar. Glücklicherweise stabilisierte sich das Klima der Erde wieder und erstaunlicherweise hatten einige Organismen den Kälteschock überlebt. Was nach dieser Phase mit dem Leben geschah, kann man am besten im Süden Australiens erkunden. Hier untersucht der Paläoontologe Jim Gehling die Organismen, die nach den Stromatolithen die Welt beherrschten.

Flinders Range Quelle: ZDF

In den Flinders Ranges, ein Gebirgszug, der sich über mehr als 430 Kilometer erstreckt, gibt es eine kostbare Fundstätte an dem man die ältesten Fossilnachweise von komplexem Leben auf der Erde anschauen kann. 1946 wurden nordwestlich des Leigh Creek die ersten Hinweise entdeckt, später fand man sie in vielen anderen Teilen des Ranges. Die Gegend war einst ein Ozean. Vor 600 Millionen Jahren gab es Leben nur in den Meeren.

Wichtigster Fortschritt der Geschichte

Eine kurze Zeit nach dem "Schneeball Erde", gab es eine Revolution in der Geschichte des Lebens nachweisen. Mikroskopisch kleine Lebensformen wurden plötzlich größer. Es gibt längliche, stachelige Einzeller und dann - zum ersten Mal überhaupt - entstanden Kreaturen, von den wir glauben, dass sie die ältesten mehrzelligen Organismen der Welt sind: die Ediacara-Fauna. Die Ediacarer stehen möglicherweise für den wichtigsten Fortschritt in der Geschichte des Lebens - aber nur in Australien und in China wurden die Überreste der zarten Geschöpfe gefunden.

Computerrekonstruktion Dickensonia Quelle: ZDF

Unter einer massiven Sandschicht kann man ein solches matratzenförmiges Wesen, eine Dickensonia, identifizieren. Die Strukturen lassen sich gut erkennen. Presst man eine Masse gegen die Struktur, bekommt man ein Bild davon, wie die Kreatur tatsächlich ausgesehen hat. Man kann sogar die Ränder der Segmente erkennen. Dickensonia wurde über einen Meter lang. Das Tier lebte auf dem Meeresboden und nahm Nahrung durch die Haut auf.

Jim Gehling Quelle: ZDF

Evolution aus dem Meer

Nach dem großen Frost hatten sich also riesige Einzeller und erste Mehrzeller entwickelt. Dann explodierte das vielzellige Leben in unzähligen neuen Formen und Größen. Aus dem Meer kommend eroberten Pflanzen und Tiere das Land und sogar den Luftraum. Vulkane hatten der tödlichen Bedrohung "Schneeball Erde" ein Ende bereitet und die richtigen Bedingungen für das Leben geschaffen.

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