Die Erbschaft des Feuers

"Terra X: Die Erbschaft des Feuers": Herzfeld (Dietmar Mössmer) sitzt am Tisch und zeichnet Keilschriften ab.
Noch 13 Stunden

Dokumentation | Terra X - Die Erbschaft des Feuers

Als Ernst Herzfeld die jahrtausendealten Tafeln in den Händen hält, kann er es kaum fassen. Es sind die größten Inschriftenfunde der Archäologie.

Datum:
Sendungsinformationen:
Im TV: ZDFneo, 27.11.2016, 11:35 - 12:15
Produktionsland und -jahr:
Deutschland 2010
Altersbeschränkung:
Freigegeben ab 6 Jahren

Was er 1933 in einer zerstörten Festungsmauer in Persepolis entdeckt hat, prägt seither das Bild vom Reich der Perser - dem ersten Imperium der Geschichte. 30 000 Tontafeln, das Palastarchiv der untergegangenen Stadt: Quittungen, Arbeitsverträge und mehr.

Das Gedächtnis von Persepolis, ein Schatz von unglaublichem Wert, der der verheerenden Brandstiftung durch die Soldaten Alexanders des Großen wie durch ein Wunder entgehen konnte. Es ist der Fund, der Ernst Herzfeld weltweit berühmt machen wird. Denn erst diese Tafeln ermöglichen es, das einstige Weltreich und seine Alltagsgeschäfte zu rekonstruieren und es einer Neueinschätzung zu unterziehen.

Vorher wurde das Bild vor allem von den griechischen Eroberern geprägt, die die Perser als Tyrannen und brutale Despoten diffamierten - feige, verweichlicht und prunksüchtig. So berichtete Herodot von Palastintrigen, Haremsmorden, grausamer Willkür und Dekadenz am persischen Hof.

Fast schon ungewollt beschreibt er dabei aber auch den in großen Zügen funktionierenden Vielvölkerstaat Persien, in dem jeder Karriere machen konnte, egal, woher er kam. Als Beleg dafür fanden Herzfeld und Krefter im ehemaligen Thronsaal ein lang verschüttetes Relief, das Persien als multikulturelles Reich aufzeigt. Mit einem starken Großkönig an seiner Spitze.

Doch sein Fund brachte Ernst Herzfeld kein Glück: 1933 bekommt der von Nazi-Deutschland weit entfernte Archäologe den langen Arm der neuen Machthaber zu spüren. Aufgrund seiner jüdischen Vorfahren verliert Herzfeld seine Professur in Berlin und verlässt bald darauf auch Iran. Was folgt, ist eine schlimme Diffamierungskampagne gegen Herzfeld.

"Terra X" unternahm für diesen Film zum ersten Mal umfassende Recherchen im ehemaligen Geheimarchiv des Auswärtigen Amtes, um die Hintergründe der Schmutzkampagne gegen Herzfeld herauszufinden. Darüber hinaus steht mit dem erstmals für einen Film ausgewerteten privaten Tagebuch Friedrich Krefters - Herzfelds engem Assistenten - eine Quelle zur Verfügung, die völlig neue Einsichten und Einschätzungen erlaubt.

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