Die Festung Portobello

Überfall auf die spanische Hafenstadt

In der spanischen Hafenstadt Portobello, an der Ostküste Panamas, lagerten die Gold- und Silbervorräte der Spanier. Die Festung galt als uneinnehmbar.

Die Engländer hatten schon im Jahr 1596 das wohlhabende Portobello erobert, zogen sich aber nach einigen Jahren aus der Region in Mittelamerika zurück. Die Spanier kehrten daraufhin zurück und der König befahl, die Stadt in eine Befestigungsanlage und Garnison auszubauen.

Die Festung Portobello

Am 11. Juli 1668 überfiel Henry Morgan mit seiner Flotte die Hafenstadt Portobello, um die unermessliche Gold- und Silbervorräte der spanischen Kolonien zu plündern. Auf vier Festungen, rund um das Hafenbecken, waren 600 Soldaten Tag und Nacht im Einsatz. Portobello war die Endstation der Gold- und Silberroute, die von Südamerika aus über Panama und verschlungene Dschungelpfade bis in die Hafenstadt führte. Von hier aus segelten die schwer bewaffneten Fregatten mit ihrer kostbaren Ladung nach Sevilla.

Seit der Entdeckung durch Christoph Kolumbus siedelten in Portobello vor allem spanische Kaufleute und Mitglieder christlicher Missionsorden. Der gigantische Naturhafen war in jenen Tagen der wichtigste Umschlagplatz Mittelamerikas für exotische Gewürze und Edelmetalle. Die Festung galt als sicher und uneinnehmbar.

Akribische Planung des Überfalls

Auf das spanische Gold und Silber hatte es Henry Morgan abgesehen. Alle Überfälle plante er akribisch. Von der Außenwelt abgeschottet, zog er sich mit seinen Männern auf die kleine Insel L'ile à Vache zurück und entwickelte seine Angriffstaktik. Statt die spanischen Galeonen auf hoher See zu jagen, bevorzugte er den Kampf an Land. Schiffe waren für den Waliser Mittel zum Zweck, sie dienten ihm nur als Truppentransportmittel.

Im Dunkel der Nacht segelte der Piratenchef mit vier Fregatten und acht Schaluppen nach Portobello. Die gut ausgebaute Festung von See aus anzugreifen, erschien dem Walliser zu gefährlich, deshalb entschied er sich für einen Angriff von Land aus. Auf kleinen Kanus erreichten seine Bodentruppen unbemerkt den Strand.

Der Angriff

Morgans Männer stürmten mühelos das erste Fort. Als sie auf heftigen Widerstand stießen, nahm der Piratenchef Nonnen und Mönche als Geisel und zwang sie, die Sturmleitern an die Außenmauern zu stellen. Als menschliche Schutzschilder mussten die Ordensleute die Riege der nachrückenden Meute anführen. Die Piraten machten reiche Beute, die sie ins königliche Port Royal auf Jamaika schafften. Dieser Überfall war der Auftakt zu einer Reihe beispielloser Überfälle, die alle die Handschrift von Henry Morgan trugen

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