Die Frauen der Fürsten

Oftmals Opfer von Entführungen

Im 12. Jahrhundert liegen die Weidegründe der Mongolen an der heutigen russisch-mongolischen Grenze. Doch ihr Stammland ist von Feinden umringt. Im Osten geraten sie immer wieder mit den Tataren aneinander, im Westen grenzt das Land der Mongolen an das der Naimanen, und im Norden, weidet das Volk der Merkiten seine Herden.

So verschieden die Völker auch sind, sie alle haben eine ähnliche, vom nomadischen Leben bestimmte Kultur. Die Heerführer und Fürsten lieben Tanz und Musik und die Gesellschaft von Frauen.

Konkubinen und Sklavinnen

Hat ein Fürst mehrere Frauen, hält er in jener Jurte Hof, in der er die Nacht zu verbringen gedenkt. Hierher lädt er auch die anderen Frauen und Konkubinen zum Trinken. Wohlhabende Fürsten sorgen oft für ein Dutzend oder mehr Frauen, dazu kommen zahlreiche Sklavinnen.


Auch viele Gemahlinnen sind nicht aus freien Stücken in der Prachtjurte der Fürsten. Sie wurden entweder gekauft oder bei Raubzügen gegen andere Völker entführt. Selbst Temüdschins Mutter war das Opfer einer Entführung. Sein Vater Yesugei stahl sie auf dem Weg zu den Merkiten vom Wagen ihres Bräutigams. Ein solches Verbrechen wird bitter gerächt, der junge Khan wird es am eigenen Leib erfahren.

Entscheidung für die Mutter

Temüdschin und seine Familie müssen fliehen. Sie sind in der Unterzahl. Um seine Krieger zu rufen, fehlt die Zeit. Als alle aufgesessen sind, bemerkt Temüdschin, dass ein Reitpferd fehlt. Vor die Wahl gestellt, seine junge Frau oder seine Mutter mitzunehmen, entscheidet sich Temüdschin für seine Mutter. Börte bleibt nur mit der alten Dienerin zurück, ganz auf sich allein gestellt.


Der Anführer der Merkitenkrieger stellt die Alte zur Rede, doch die Frau verrät nicht, wohin Temüdschin und seine Familie geflüchtet sind. Börte wird von den Merkitenkriegern verschleppt. Es dauert neun Monate, bis es Temüdschin gelingt, seine junge Frau wieder zu befreien. Für die Entführung und die erlittene Schmach nimmt er an den Merkiten blutige Rache.


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