Die Gladiatorenschule von Capua

Eliteschmiede für Roms Unterhaltungsindustrie

Spartacus' Geschichte beginnt 150 Kilometer südlich von Rom. In der einst bedeutenden Handelsstadt Capua befand sich die Gladiatorenschule des Cornelius Batiatus.

Die talentiertesten Show-Kämpfer des Römischen Reiches wurden hier ausgebildet. Auch Spartacus, der kräftige Kriegsgefangene aus dem heutigen Rumänien, sollte in dieser Arena den letzten Schliff erhalten.

Fairness und Chancengleichheit

Der Wissenschaftler Dr. Junkelmann versucht, die Praxis römischer Gladiatorenkämpfe zu rekonstruieren. Die Waffen der Gladiatoren wurden exakt nach archäologischen Funden nachgebaut. Man stellt sich das Arena-Fechten, immer als das Kreuzen von Klingen vor, aber das geschah relativ selten. Meist war das Schwert immer in der Hinterhand, man wartete damit, gedeckt durch den Schild, bis zu einem entscheidungssuchenden Stoß.


Die Römer strebten im allgemeinen bei ihren Sportkämpfen Fairness und Chancengleichheit zwischen den Gegnern an. Im Duell Secutor gegen Netzkämpfer wurden Reichweite und Leichtfüßigkeit des Netzkämpfers durch den massiven Schutzschild und die vollständige Panzerung des Kopfes ausgeglichen. Den Netzkämpfer schützen nur seine schnellen Füße und das kleine Schulterblech. Das Publikum wollte Action sehen, aber zugleich auch eine gute kämpferische Leistung. Gerade beim Duell "Leicht gegen Schwer" spielte "Taktik" eine ganz große Rolle. "Taktik" bedeutete in diesem Fall, den schwer beladenen Secutor zu ermüden - um dann blitzschnell die Gunst der Sekunde zu nutzen.

Technik des Überlebens

Gladiator war vor allem in Capua ein harter Ausbildungsberuf. In den Räumen der Schule lebte die Elite der Gladiatoren. Dort wurden die"Helden des Kampfes" herangezüchtet: Zehntausende würden ihnen zujubeln. Sie würden Ruhm und Ehre oder den schnellen Tod finden. Die Gladiatorenschule von Capua lehrte auch Spartacus die Technik des Überlebens.


Zugleich war Capua ein furchtbares Gefängnis, seine Bewohner waren Sklaven und auf Gedeih und Verderb ihren Käufern ausgeliefert. Die Reichen hatten alle Privilegien, aber Sklaven hatten absolut nichts. Vor dem Gesetz existierten sie überhaupt nicht. Sklaven waren "bewegliches Hausinventar". Wenn man vermögend war, konnte man einfach zum persönlichen Vergnügen ein menschliches Leben kaufen.

Begehrte Ware

Die reiche römische Gesellschaft war oft auf Einkaufstour zu Gast in Capua. Kein Fest, auf dem man nicht ein paar Gladiatoren zur Belustigung der Gäste auftreten ließ. Manchmal waren es sogar Dutzende von Spitzenkämpfern, die sich vor den Augen von Freunden und Bekannten erschlagen sollten. Begehrte Ware, die sorgfältig begutachtet wird.


Sklaven, die in Capua angeboten wurden, waren zumeist Kriegsgefangene aus aller Herren Länder, selten verurteilte Verbrecher. Manchmal aber Freiwillige, Desperados, die Ruhm und Ehre oder die Gunst feiner Damen in der Arena suchten: "Es ist das Eisen, dass die Frauen lieben!", schreibt der römische Dichter Juvenal spöttisch.

Die Faszination am Spiel mit dem Tod wurde auch in Wandgemälden eingefangen. Die Bilder erzählen von einer Gesellschaft, die Gewalt und militärische Stärke vergöttert. "Wir sind in eine Welt geboren, in er es kein Pardon gibt!" schreibt der römische Philosoph Seneca. Eine "Schwarz-Weiß-Gesellschaft", die nur Sieger oder Besiegte kennt.

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