Die Goldminen der Inka

Peruanische Expedition auf den Spuren der Anden-Fürsten

Die beiden peruanischen Archäologen Pablo de la Vera Cruz und sein Begleiter Raoul del Mar haben schon viele Vorstöße in die magische Welt der Inka unternommen. Sie sind den einstigen Anden-Fürsten seit mehreren Jahrzehnten auf der Spur. Die neue Expedition führt sie von Jarjatira bis zur Festung Vilcabamba.

Im kleinen Anden-Dorf Jarjatira warten Lamas auf ihren Einsatz. Bereits die Inka schätzten die höckerlosen Haus-Kamele. Auch Archäologieprofessor Pablo de la Vera Cruz mag die zotteligen Vierbeiner, denn ohne sie wären seine Expeditionen kaum möglich. Dabei nutzen sie nicht nur deren leistungsfähige Lastenträger, sondern vor allem das fantastische Wegenetz der Inka.

Belastende Bedingungen



Von Jarjatira aus ziehen sie auf einem alten Pfad nach Curamba. Ab dort folgen sie einer Route, die über zwei hohe Gebirgskämme bis zur Festung Vilcabamba führt. Die Männer sind an die belastenden Bedingungen in großer Höhe angepasst. Dennoch bleibt kaum Zeit, den herrlichen Panoramablick auf die Kordilleren zu genießen. Es kommt darauf an, ruhig und gleichmäßig zu gehen. Nur so lässt sich die physische Anstrengung in Grenzen halten.

Das Team erreicht die Höhenregion knapp unterhalb der Vegetationsgrenze. Raoul hält für Pablo eine Überraschung bereit. Bei einer seiner früheren Exkursionen stieß der Abenteurer auf eine ganz besondere Inka-Spur. Ein unscheinbarer Trampelpfad hatte Raoul hoch oben in der Felswand zu einem seiner bedeutendsten Funde geführt: eine Mine aus der Inka-Zeit.
Gold galt den Inka als Schweiß des Sonnen-Gottes Inti, dessen Sohn auf Erden sie in ihrem obersten Herrscher verehrten. Gold war ein heiliges Metall, kein Zahlungsmittel.

Gewaltige Anlage

Nach dem Verlassen der Minen erreichen die peruanischen Forscher Pablo und Raoul Curamba einen Ort, der für die Inka von ganz besonderer Bedeutung war: ein Metallproduktionszentrum, in dem Gold, Silber und Kupfer verarbeitet und dann ins gesamte Inka-Reich verteilt wurde. Die Ruinen zeugen von einer gewaltigen Anlage. Raoul hat Reste zahlreicher Wohnhäuser und eines Sonnentempels gefunden. Mehr als 2.500 Öfen konnte der Peruaner bislang in Curamba erfassen. Damit hat er die vermutlich größte Metallschmelze der Inka entdeckt. Sogar Blasrohre und Gussformen konnte Raoul sicherstellen, so dass er den Schmelzvorgang für eine seiner wissenschaftlichen Publikationen demonstrieren kann.



Das in über 3.600 Meter Höhe gelegene Areal erstreckt sich über eine Fläche von mehr als 100 Hektar. Ungeheure Metallmengen müssen hier gewonnen worden sein. Für Raoul fügen sich die Fakten zu einem Gesamtbild. Bei der Rekonstruktion von Curamba entsteht ein riesiger Industriekomplex. Seiner Ansicht nach erbeuteten die Spanier nur einen Teil des Inka-Goldes. Der Rest liegt im Regenwald.

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