Die Goldroute von Panama

Strapaziöser Kreuzweg für Konquistadoren

An einer historischen Brücke begann die Goldroute, der Camino de Cruces, der Kreuzweg, der die Landenge Panamas durchquerte. Das Gold und Silber des Inkareiches wurde hier entlang an die Ostküste transportiert.

Überall auf der Welt hat der Dschungel etwas Bedrohliches, doch der panamaische gilt als nahezu undurchquerbar. Unvorstellbar die Strapazen, die Konquistadoren und Sklaven vollbringen mussten.

50 Kilometer durch den Urwald

Riesige Maultierkarawanen schleppten Schätze von einem Ozean zum anderen. Der erste Teil der Goldroute führte etwa 50 Kilometer durch den Urwald. Von Panama La Vieja zum Chagres Fluss. Dort wurden die Schätze in einer kleinen Festung zwischengelagert.


Die deutschen Archäologen wollen die Gegend am Chagres-Fluss erkunden, in der Hoffnung noch Überreste des Forts im dichten Urwaldgestrüpp zu finden. Tropische Vegetation zerstört hier sehr schnell jedes Bauwerk. Vor fast 500 Jahren raffte das extreme Tropenklima die Hälfte aller Europäer dahin. Ein Chronist berichtete: "Viele starben an Fieberseuchen, viele wurden von Tigern und Krokodilen verschlungen, andere erlagen dem Hunger oder dem brennenden Durst, den die vergifteten Pfeile der Wilden auslösten."

Unzählige Tote und Flüchtlinge

Die Archäologen stoßen bei ihrer Suche auf Steinstufen mitten im Urwald. Der alte Steinweg wurde aus runden Flusssteinen gebaut. Dabei kamen unzählige Indios um oder flohen vor ihren Peinigern. Die Spanier mussten sie durch schwarze Sklaven ersetzen. Die Treppenstufen führen zur Ruine einer alten Kirche. Hunderte von Jahren hat sie niemand mehr betreten.

Eroberer im Goldrausch

Die Archäologen vermessen das Fundament einer Säule der Kirchenkuppel. Die Größe des Kirchenraumes deutet auf eine bedeutende Anlage hin. Es muss ein reicher Ort gewesen sein, mit Warenhäusern und einer Zollstation. Bis zur trockenen Jahreszeit im Januar wurden hier die Schätze zwischengelagert.


Es ist heute unbegreiflich, wie auf diesem Weg innerhalb einiger Jahrzehnte etwa 16.000 Tonnen Silber und mehrere hundert Tonnen Gold transportiert wurden. Die Eroberer waren in einem Goldrausch. Ihre Gier war größer als die Angst vor Strapazen und Tod. Vom Chagres-Fluss wurde das Gold an die Flussmündung gebracht. Dort lag damals der Ort Chagres. Auch Heinrich Schliemann reiste, einem neuen Goldrausch verfallen, im Jahre 1851 auf dem Weg nach Kalifornien hier vorbei.

Über der Flussmündung thront, strategisch einmalig, die Festung San Lorenzo. Sie schützte die Einfahrt zum Chagres Fluss und damit den Zugang zur Goldstadt Panama La Vieja. Heute ist die Festung verwildert. Kaum vorstellbar, dass einst tausende Menschen hier zusammenkamen. Schiffe mit Waren aus Europa kreuzten sich mit denen, die Gold und Silber in die alte Welt brachten.

Größte spanische Kolonialstadt

Von San Lorenzo und dem benachbarten Ort Portobello wurden die Schätze auf Galeonen verladen und über das Meer geschickt, hinüber nach Cartagena im heutigen Kolumbien, der damals größten spanischen Kolonialstadt in Südamerika. Cartagena war die größte Sklavenstadt Amerikas. Noch heute ist das Weltkulturerbe als Festungsstadt perfekt erhalten.

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