Die Helden der Kältezonen

Über die originellen Lösungen von Pinguinen

Patagonien ist der Antarktis so nah wie keine andere Landmasse. Die Bewohner der Region haben sich an die eisigen Bedingungen angepasst. Aber inzwischen nagt die globale Erwärmung am arktischen Eis. Wie können sich an Kälte gewöhnte Tiere mit den neuen Bedingungen arrangieren?

Pinguine auf einer Eisscholle.

Welche Folgen würden Klimaveränderungen für die Bewohner der Antarktis mit sich bringen? Viele Tiere sind auf ein stabiles kaltes Klima angewiesen. Für Pinguine gibt es Hoffnung. Sie mögen zwar plump anmuten, aber sie sind wahre Anpassungskünstler.

Überlebenskünstler am Südpol

In Patagonien hat eine Pinguinart schon eine Region erobert, in der es gar kein Eis gibt. Die Magellanpinguine. In der offenen Ebene überleben sie dank eines Tricks: Sie graben mit ihrem Schnabel bis zu zwei Meter tiefe Löcher in den harten Boden. Darin findet die Brut Schutz vor Raubvögeln.

dirk Steffens mit Pinguin Text 2 Quelle: ZDF

Die wertvollen Wohnhöhlen werden von den Pinguinen mit allen Mitteln gegen Schmarotzer verteidigt. Dafür schrecken sie auch vor unerbitterlichen Kämpfen nicht zurück. Die Löcher graben sie mithilfe ihrer Schnäbel und ihren starken Füßen - Spitzhacke und Schaufel.

Andere Arten, andere Sitten

Zwei Felsenpinguine Text 2


Die Felsenpinguine auf den Falklandinseln können nur dank ihrer starken Krallen auf den harten Steinen überhaupt Fuß fassen. Ein sicherer Halt ist lebenswichtig, denn an der Küste lauern übermächtige Feinde. Die stürmische Brandung stellt die kleinen Felsenhüpfer vor eine extrem schwierige Aufgabe. Ohne ihre Krallen und die kräftigen Muskeln wären die Tiere hier verloren. Die Vögel stellen sich den Strapazen nicht ohne Grund. Pinguine sind immer auf der Suche nach sicheren Brutplätzen, möglichst weit weg von den Gefahren der Küste.

Felsenpinguine Text 2

Der Schutz des Nachwuchses treibt die Pinguine in bizarre Lebenswelten. Selbst die Wüsten Südamerikas haben Pinguine erobert. Dort schützen sie ihre Jungtiere unter einem Dach aus Kakteenstacheln vor Jägern aus der Luft. Überraschenderweise kommen die Pinguine mit der Hitze gut zurecht. Wird es zu heiß, steigern sie die Durchblutung ihrer Füße und geben so Wärme ab.

Fliegende Pinguine

Pinguine können fast überall überleben, solange es kaltes Wasser gibt. Denn kaltes Wasser ist nährstoff- und damit fischreich. Lebensgefährlich wird es, wenn sich die Tiere bei der Nahrungssuche von Strömungen im offenen Meer mitreißen lassen. Pinguine aus Patagonien landen dann auch schon mal in Rio.


Am Fuß der Copacabana haben sie allerdings keine Chance zu überleben. Die Meeresströme sind hier nicht mehr kalt genug und bieten deshalb kaum Nahrung. Die ausgehungerten und von der langen Reise über 5000 Kilometer erschöpften Tiere werden in Rio mühsam wieder aufgepäppelt. Ein extra eingerichteter Shuttle-Service bringt die Pinguine wieder zurück nach Patagonien. Es sind die einzigen Pinguine der Welt, die fliegen.

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