Die Idee mit dem Zünder

Durchbruch durch zeitlich kontrollierte Zündung

Nobels großes Ziel ist es, das Nitroglyzerin in den Griff zu bekommen. Eine ausgefallene Idee könnte die langersehnte Lösung bedeuten: Er füllt eine kleine Sprengkapsel mit Schwarzpulver und befestigt eine Lunte daran.

Das Abbrennen der Lunte würde genug Zeit lassen, sich in Sicherheit zu bringen. Und wenn die Flamme das Schwarzpulver erreicht, soll es durch eine Kettenreaktion das Nitroglyzerin explodieren lassen. So hofft Nobel jedenfalls.

Kontrollierte Explosion



Im Mai 1862 ist es soweit. An einem entlegenen Gewässer außerhalb von St. Petersburg will er seinen Initialzünder, wie er ihn nennt, testen. Er hat seine letzten Mittel dafür aufgebraucht. Zunächst geschieht nichts, alles scheint verloren. Doch dann kommt es zur ersehnten Explosion. Nobel hat schlichtweg die Brenndauer der Lunte unterschätzt. Der Durchbruch ist gelungen. Es ist die genialste Erfindung in der Geschichte der Sprengstoffe, weil es zum ersten Mal eine zeitlich exakt kontrollierbare Explosion gibt. Seitdem werden alle Sprengstoffe nur noch durch einen Zünder zur Detonation gebracht.

Was bei Nobel mit einem einzigen in der Küche gebastelten Zünder begann, ist inzwischen zur Massenindustrie geworden. Vollautomatisiert und nur noch über Bildschirme kontrolliert: Dyno Nobel im schwedischen Gyttorp eine der modernsten Initialzünderfabriken der Welt. In Gyttorp werden an einem einzigen Tag 120.000 Zünder hergestellt. In Nobels erstem Zünder steckte nur Schwarzpulver. Heute wird ein Gramm eines modernen Sprengstoffs in jede Hülse gefüllt.

Massenproduktion im Blick

Nachdem Alfred Nobel den Initialzünder erfunden hat, lässt er sich in Stockholm nieder. Dort will er mit seinem jüngsten Bruder Emil die Massenproduktion von Nitroglyzerin aufbauen. Nobel hat es unter dem Namen 'Sprengöl' patentieren lassen. Er ist sich sicher, dass die Nachfrage enorm sein wird.
Schon Wenige Wochen später bietet sich Nobel endlich die Gelegenheit, sein Nitroglyzerin öffentlich vorzuführen. Nur einige Kilometer von seiner kleinen Fabrik entfernt soll eine unterirdischen Stadtbahn gebaut werden. Stockholms Straßen und Brücken sind durch den anschwellenden Verkehr völlig überlastet.



Nobel kommt ins Geschäft, er kann mehrere Chargen Nitroglyzerin und Initialzünder liefern. Die Ingenieure sind begeistert. Täglich treffen neue Bestellungen bei Nobel ein. Nur das Militär hat er noch nicht für sein Sprengöl begeistern können. Die Offiziere haben nach einer Vorführung erschrocken abgelehnt. Die gewaltige Sprengkraft des Nitroglyzerins erscheint ihnen viel zu riskant.

Tragischer Tod

Nobel gibt aber nichts auf Mahnungen, arbeitet wie besessen an Verbesserungen und ignoriert die Gefahren für sich und seinen Bruder. Bei Versuchen entgehen er und sein Bruder nur knapp dem Unglück. Doch Nobel will immer weiter. Eine Sorglosigkeit, die er am Morgen des 3. September 1864 bitter bereuen wird. Alfred Nobel will neue Chemikalien aus Stockholm besorgen. In der Zwischenzeit soll sein Bruder Emil allein Sprengöl herstellen, obwohl er noch nicht so gut mit den Prozessen vertraut ist. Der Versuch misslingt, es kommt zu einer gewltigen Explosion. Außer Emil kommen noch fünf weitere Menschen ums Leben.

Die Öffentlichkeit ist entsetzt über das schreckliche Unglück. Sofort verbieten die Behörden das Herstellen und Lagern von Sprengöl in der Nähe bewohnter Gebiete. Doch Nobel will weitermachen und schwört beim Tode seines Bruders, dass er einen Weg finden wird, Nitroglyzerin sicher zu produzieren. An einem abseits gelegenen See soll die neue Produktion aufgebaut werden. Dafür entwickelt er detaillierte Sicherheitspläne. Unfälle soll es nicht mehr geben. Für die Umsetzung braucht er nur noch finanzstarke Geldgeber.

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