Die Jagd beginnt

Bis zu sieben Stunden hetzen die Löwen ihre Opfer

Die Löwen des Okawango-Deltas kennen nur eine Beute: Büffel. Spezialisiert auf die Büffeljagd, organisieren sie in seit Generationen erprobten Strategien ihre Jagdzüge. Dabei nutzen sie das Wasser zu ihrem Vorteil.

Löwenrudel attackiert Büffelherde Quelle: ZDF,Beverly Joubert

Nachdem die Löwen eine Weile ihre Beute ausgekundschaftet haben, pirscht sich die gesamte Jagdgesellschaft vorsichtig an die Büffelherde heran. Ob die Jagd eröffnet wird, entscheidet sich dann in einem winzigen Moment. Dann bringen die Löwinnen die Herde dazu, sich in Bewegung zu setzen, wobei die Jäger leicht ihre Beute ausmachen können: Junge, alte oder verletzte Tiere zählen zu ihren bevorzugten Opfern.

Löwe beobachtet Büffelherde Quelle: ZDF

Bei den Angriffen machen es die Büffel den Löwen jedoch alles andere als leicht. Mit ihren spitzen Hörnern und ihren gewaltigen Hufen gelingt es den tonnenschweren Kolossen, die Jäger auf Distanz zu halten. Deswegen müssen die Löwen immer wieder geschickt ausweichen, um nicht selbst zum Opfer zu werden.

Gezielte Opfersuche

Im Laufe der Zeit entspinnt sich so ein Gefecht mit Angriff und Gegenangriff. Doch trotz ihrer Masse können die Büffel ihre Gegenüber eigentlich kaum einschüchtern. Die Löwen vertrauen auf ihre Kraft und Ausdauer bei der Jagd. In breiter Front versuchen die Jäger, die Büffelherde vor sich herzutreiben. So lassen sich geschwächte Tiere besser ausmachen. Doch dabei ist Vorsicht geboten. Immer wieder brechen einzelne Büffel aus der Herde aus und gehen zum Gegenangriff über.

Beim steten Hin und Her spekulieren die Löwen darauf, dass ein schwaches oder noch junges Tier an den Rand der Herde gedrängt wird. Dann versuchen sie zuzuschlagen. Bis zu sieben Stunden kann eine solche Hetzjagd dauern. Je mehr Zeit verstreicht, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass die Büffel einen Fehler machen.

Büffel verjagt Löwen Quelle: ZDF,Beverly Joubert

Das Blatt wendet sich

Das Ziel des Jagdkommandos ist es, sich in die richtige Position zu bringen. Sie versuchen, einzelne Tiere oder kleinere Gruppen von der Herde abzuspalten und so die Jagd zu vereinfachen. Doch manchmal wendet sich das Blatt und Jäger werden plötzlich Gejagte.

Alte und erfahrene Bullen können leicht den Spieß herumdrehen. Denn im Kampf um Leben und Tod sind sie ebenso unerbittlich und tödlich wie ihre Angreifer. Dann heißt es für die Löwen, Abstand halten und besser das Weite suchen, um auf eine spätere Gelegenheit zu lauern.

Löwe frisst Quelle: ZDF

Fressen nach Hierarchie

Ist das Tier erst einmal ausgemacht, beginnt der zweite Teil der Jagd. Unermüdliche attackieren die Löwen dann den Büffel und versuchen, ihn immer wieder ins Wasser zu treiben, um ihn weiter zu schwächen. Ist das Opfer nach langem Kampf endlich erlegt, sind es die an der Jagd unbeteiligten Paschas des Rudels, die sich als erstes sattfressen dürfen. Dies ist der Preis, den die Weibchen für ihre männlichen Beschützer zahlen müssen. Denn erst, wenn die Männer satt sind, kommen die weiblichen Löwen und die Jungtiere an die Reihe. Von einem großen Büffel kann das gesamte Rudel über mehrere Tage zehren.

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