Die Kampfmönche des Shaolin-Klosters

Spirituelle Kraft

Feinde nennen ihren Namen mit ehrfürchtigem Respekt: Shaolin. Ein Dutzend dieser Kampfmönche, so die Legende, könne es mit ganzen Armeen aufnehmen. Der Weg zu ihnen führt in die chinesische Provinz Henan.

Seit fast 1500 Jahren existiert das Shaolin-Kloster am Fuße des heiligen Berges Songshan, unweit des Gelben Flusses.

Hartes Regiment

Seit Jahrhunderten vollzieht sich jeden Morgen das gleiche Ritual, wenn sich die Mönche zur gemeinsamen Meditation versammeln. Von diesem buddhistischen Kloster aus tritt das Shaolin-Kung-Fu seinen Siegeszug um die Welt an. In zahlreichen Spielfilmen avanciert Shaolin zum großen Mythos. Das harte Regiment, das die Shaolin-Schüler erleiden, ist weltberühmt geworden.


In seiner Blütezeit beherbergte das Kloster 1500 Mönche. Fünfhundert davon waren Kämpfer, jederzeit bereit, das Kloster unter Einsatz ihres Lebens zu verteidigen. Jeden Morgen rennen die Schüler der Shaolin-Mönche eine Treppe mit 1265 Stufen hoch, zu einer Höhle, die das Geheimnis des Gründers von Shaolin birgt.

Neun Jahre Meditation

Bodhi-Dharma, ein buddhistischer Mönch, kam im Jahr 527 aus Indien nach China. Er lehrte die Verschmelzung von Körper und Geist durch Meditation. Um die Mönche körperlich zu kräftigen, entwickelte er die Grundlagen des so genannten "Wushu", Oberbegriff für alle Formen des Kung-Fu. Aus der Beobachtung der Natur erfand er die so genannten Tierstile: Bewegungsformen, die denen von Tieren nach empfunden sind. Wie dem Adler, der Gottesanbeterin oder der Ente. Bodhi-Dharma zog sich eines Tages in eine Höhle zurück. Neun Jahre lang meditierte er regungslos. Als er aufstand, hinterließ er einen Schatten an der Wand.

Wu Meiling, eine ehemalige chinesische Kung-Fu Landesmeisterin, ist davon überzeugt, dass von diesem Ort eine besondere spirituelle Kraft ausgeht. Zu Beginn der 80-er Jahre kam sie nach Deutschland und gründete am Bodensee eine "Wushu-Akademie". Schüler aus ganz Europa kommen zu ihr, um bei ihr zu lernen.


Nun ist Meiling nach langer Zeit wieder einmal in China, dem Ursprung ihrer Kunst. Der Tradition folgend, bringt sie am Haupttempel des Shaolin-Klosters ein Rauchopfer dar. Meiling will auch den Nichteingeweihten in die sagenhafte Kraft der Kampfmönche einführen. Was ist das Geheimnis dieser buddhistischen Kämpfer? Woher kommen ihre außerordentlichen Fähigkeiten?

Hilferuf an das Kloster

Im Jahr 620 unserer Zeitrechnung bedroht ein abtrünniger Warlord den zukünftigen Kaiser. Der sendet einen Hilferuf an das Kloster. Der Legende nach eilen 13 Mönche des Klosters dem designierten Kaiser zu Hilfe. 13 gegen Zehntausende. Die Mönche schlagen die übermächtige Armee in die Flucht und werden reich belohnt: Der Kaiser schenkt ihnen das Areal des heutigen Klosters.

Fremde erhalten normalerweise keinen Zutritt zum Kloster. Doch Meister Han Shuefeng macht für Meiling eine Ausnahme. Han Shuefeng, der die Ausbildung der Mönche leitet, erzählt, dass er schon seit 16 Jahren im Kloster lebt, und dass er gerade mal sieben war, als er hier ankam - so alt wie einige der Schüler heute. Ja, er habe auch manchmal Heimweh gehabt in all den Jahren, aber die Ausbildung entschädige für vieles.

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