Die Kandidaten

Helgoland, die Straße von Bimini oder Santorin?

Kaum eine Region der Erde wünscht sich nicht, der versunkene Inselstaat Atlantis läge auf ihrem Gebiet. Sie allen würden gern vom Mythos profitieren.

Die Nazis zum Beispiel nutzten das Geheimnis um Atlantis für ihre politische Propaganda. Wissenschaftlich beweisen konnten sie nichts.

Helgoland

Mit seinen gewaltigen Felsen ist Helgoland für die germanischen Stämme heiliges Gebiet. Vor 3500 Jahren ragten die roten Riesen inmitten einer fruchtbaren Ebene empor. Nach und nach hat die Brandung einen Großteil des Landes weggerissen. Nur die mächtigen Sandsteinkliffs haben die Jahrtausende unbeschadet überstanden.


Die Nazis erklärten Helgoland zum einstigen atlantischen Reich und seine Bewohner zu Ariern. Eine Idee, die in der wirren Vorstellung gipfelte, die imposante Residenz der Atlanter habe - von Bernsteinlack überzogen - goldgelb geglänzt. SS-Chef Heinrich Himmler ließ nichts unversucht, seine Wahnvorstellung zu belegen. Er ordnete sogar unterseeische Messungen an. Beweise konnten sie jedoch nicht liefern.

Bimini-Straße oder Yucatan?

Ein Fund im berüchtigten Bermuda-Dreieck lieferte Stoff für kontroverse Deutungen. Doch stammt das regelmäßige Gebilde aus zwei mal sechs Meter großen Steinquadern tatsächlich aus grauer Vorzeit? Haben hier die Atlanter gebaut? Erstreckt sich im klaren Wasser vor der amerikanischen Ostküste die Mauer ihres Hafens? Oder eine prachtvolle Prozessionsstraße? Wissenschaftliche Untersuchungen brachten die Wahrheit bald ans Licht: Die Bimini-Straße ist eine natürliche Gesteinsformation, nicht älter als 2000 Jahre.

Auf einer dem mexikanischen Festland vorgelagerten Insel gibt es Überreste einer Hafenanlage aus der Zeit der Maya. Schutzmauer und Einfahrt sind noch immer deutlich zu erkennen. Ein gefundenes Fressen für Atlantis-Sucher: Waren die Maya etwa Seefahrer, die einst von dem fremden Kontinent nach Mittelamerika kamen? Als die Spanier im 16. Jahrhundert ins Land einfielen, glaubten die Einheimischen, ihr Gott Cuculcan sei übers Meer zurückgekehrt - die Erfüllung einer alten Prophezeiung. Sie stellten ihn als bärtigen Europäer dar. Einige Forscher sehen darin einen Atlanter. Eine verwegene Vermutung, denn die weißen Eroberer besiegelten den Untergang der Maya. Ihr Ursprung dagegen bleibt nach wie vor rätselhaft.

Vulkaninsel Santorin

Das dramatische Schicksal der Minoer gleicht dem Szenario, das in der Antike für das Ende von Atlantis entworfen wurde. Kann die Archäologie die Theorie beweisen? Die Suche nach Indizien führt zurück auf die Vulkaninsel Santorin, den Ursprungsort der Schreckensflut. Im hoch gelegenen Akrotiri graben griechische Archäologen unter der Leitung von Spyridon Marinatos 1967 Reste einer minoischen Stadt aus. Sie schaufeln sich durch eine sieben Meter dicke Ascheschicht - Folge eines Vulkanausbruchs. Daher sind die Forscher sicher, in Grönland eine Antwort auf Santorin zu finden, denn dort im Eis ist die abwechslungsreiche Geschichte unseres Planeten verewigt - Schicht für Schicht und Jahr für Jahr.

Aus einer Tiefe von über 3000 Metern entnehmen sie Bohrkerne. Das Resultat bringt die Wahrheit ans Licht. Der saure Niederschlag in Grönland belegt eine Eruption im Jahr 1628 vor Christus. Doch ohne das bisher vermutete Ausmaß. Die Schicht im Eis ist nicht auf die Katastrophe von Santorin zurückzuführen. Eine große Flut hat es damals nicht gegeben. Der große Knall war bereits vor Zehntausenden von Jahren. Das Ende der Minoer hat er nicht heraufbeschworen.

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