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Die letzten "Großfüße"

Die Kaweskar auf einer Insel am Ende der Welt

Die letzte Etappe der Expedition führt Frank Riedel und sein Team auf die Insel Wellington. Hier wohnen die letzten noch lebenden Kanu-Indianer vom Stamm der Kaweskar. Die Überfahrt von der Küste Patagoniens zum abgelegenen Eiland dauert 18 Stunden.

Mörderische Eroberer

In den gleichen Gewässern segelten einst James Cook und Charles Darwin sowie der wohl kühnste aller Entdecker: Ferdinand Magellan, der erste Weltumsegler. Er fand weiter südlich am 28. November 1520 in einem Labyrinth aus Fjorden und Inseln nach monatelanger Suche eine Durchfahrt vom Atlantik zum Pazifik: die Magellanstraße.


Als die ersten europäischen Entdecker auf Wellington landen, wähnen sie sich in "des Teufels Land", wie Charles Darwin es verflucht. Magellan nennt die Einwohner "patagones", zu deutsch Großfüße, weil sie durch ihre Fußbekleidung aus Fell auffällig große Spuren im Sand hinterlassen. Sie werden verfolgt, massakriert, ausgerottet. Nur wenige von ihnen überleben die Ankunft der Europäer. Die Eindringlinge aus der "alten Welt" zerstören die Kultur der amerikanischen Ureinwohner.

Genetisches Puzzle

So gestalten sich auch die Nachforschungen über die legendären Rindenboote, mit denen die ersten Menschen den Kontinent erreicht haben könnten, schwierig. Das Wissen ging im Laufe der Jahrhunderte verloren. Die letzten Ureinwohner wissen nichts von den Booten ihrer Ahnen. Ein Holländer hatte sie 1624 so beschrieben: "Ihre Canots sind sehr sonderbar. Sie schälen einem der größten Bäume alle Rinde ab, und krümmen solche so geschickt, dass sie die Gestalt der venezianischen Gondeln bekommen." Mit einer ähnlichen Konstruktion war es Thor Heyerdahl 1970 gelungen, von Afrika aus Amerika zu erreichen.





Woher die ersten Einwanderer kamen, möchte Asta Audzijonyte mit DNS-Analysen herausfinden. Nur noch ein paar Dutzend Menschen des Urvolkes leben heute noch. Die Genspezialistin möchte die DNS-Daten an das "Genographic Project" weiter leiten. Mit diesem Programm will eine internationale Gruppe von Genetikern anhand von Hunderttausenden Speichelproben rund um den Erdball die Frage lösen, woher wir kommen.

Eine alte Bekannte

Ein winziges Stückchen Schleimhaut genügt, um Verwandtschaften bis in die früheste Vergangenheit festzustellen. So soll die menschliche Ausbreitung auf der Erde nachvollzogen werden. Wenn die letzten Kanu-Indianer ihr Erbgut nicht für die Tests zur Verfügung stellen, wird ihre ursprüngliche Herkunft wohl für immer ein Rätsel bleiben.


Mit dem Faltboot erkundet das Expeditionsteam das Innere der Insel. Hier macht Frank Riedel eine Entdeckung, die alle Strapazen vergessen macht. Nach intensiver Suche stößt er auf seine geliebte Chilina-Schnecke, die ihm schon auf der Insel Chiloé weitergeholfen hat. Auch in den Urmythen der Patagones spielen Süßwassermuscheln und -schnecken eine große Rolle. Sie gehören zu ihren Lebenssymbolen, die den Anfang der Welt bedeuten.

Das Aus für die Clovis-Theorie

Erneut kann der Paläobiologe anhand der DNS des gerade einmal 117 Millimeter großen Tieres dessen Alter bestimmen. Die Datierung bestätigt ein weiteres Mal Dillehays Thesen: Die Westküste Südamerikas ist seit 40.000 Jahren eisfrei. Die Anhänger der Clovis-Theorie haben ihr wichtigstes Argument gegen Dillehay endgültig verloren.


Neueste Radiokarbon-Untersuchungen stärken die Argumentation Riedels und Dillehays. Einige Funde von Monte Verde wurden mittlerweile auf 30.000 Jahre datiert. Sie lassen die Anhänger der Clovis Theorie wieder zusammenzucken. Für Dillehay steht fest: Die ersten Amerikaner kamen nicht vor 12.000 Jahren über die Beringstraße, sondern bereits vor 30.000, ja vielleicht schon vor 40.000 Jahren. Damals war der Kontinent nur über das Meer erreichbar.


Tom Dillehays Grabungsergebnisse am Monte Verde sind mehr als eine nur kleine Sensation. Die ersten Amerikaner kamen viel früher als bisher angenommen. Die Eisbarrieren waren nur für Jäger im Inneren des Kontinents unüberwindbare Hindernisse. Die Küsten dagegen waren meist eisfrei. Dillehays Grabungen beweisen Thor Heyerdahls Theorien: Die ersten Amerikaner waren Seefahrer.




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