Die Macht der Sterne

Botschaften aus dem All

Was die Sterne erzählen, beschäftigt Menschen seit jeher. Einst wurden sie als Götter verehrt. Und auch heute noch, in unserer naturwissenschaftlich aufgeklärten Gesellschaft, schreiben viele Menschen den Sternen die Macht zu, über ihr Schicksal zu entscheiden. Forscher fasziniert der Blick ins Universum auf neue Weise. Denn das Licht der Sterne bringt Botschaften von dem, was vor langer Zeit einmal war - und was in Zukunft sein wird.

Schon in der Steinzeit schlug der nächtliche Himmel die Menschen in seinen Bann. In den weltbekannten Höhlen von Lascaux in Südwestfrankreich machten Forscher eine erstaunliche Entdeckung. Sie erkannten zwischen den Tierdarstellungen dunkle Punkte und sahen in ihnen das Sternbild der Plejaden. Mit einem Alter von 17.000 Jahren wäre das eine der ältesten Sterneskizzen überhaupt. Was wussten die Menschen damals von den Himmelsgestirnen? Welche Bedeutung wurde den Sternbildern beigemessen?

Kulturgeschichte der Sterne

Spiralgalaxie (Teleskopaufnahme)
Eine Galaxie - Millionen von Lichtjahren entfernt. Quelle: ESO

Die regelmäßigen Bewegungen der Sterne zu entschlüsseln war das Bestreben vieler früher Kulturen. In China haben Astronomen schon lange vor unsrer Zeitrechnung den Himmel studiert. Entdeckten sie einen Kometen oder einen Blitz, mussten sie die Erscheinung vor dem Kaiser interpretieren. Seit dieser Zeit gehörten in China Astronomie und Astrologie eng zusammen.

Die Sterne wiesen schon den Entdeckern vor rund tausend Jahren den Weg über das Meer. Die späteren Seefahrernationen England, Spanien und Portugal hüteten Baupläne von Schiffen und Navigationsregeln wie Staatsgeheimnisse. Auf der anderen Seite des Globus verstand man sich aber schon viel früher auf das Navigieren nach den Sternen. Die Polynesier, die vor rund 4.000 Jahren den Südpazifikraum besiedelten, waren geniale Seefahrer. Sie brauchten keinen Kompass oder besondere Aufzeichnungen, sondern hatten ihre Sternkarte im Kopf.

Der weite Blick zurück

Aus Himmelsbeobachtungen lässt sich auch etwas über die künftige Entwicklung des Universums ablesen. Sterne und Galaxien werden geboren und vergehen. Doch ihr Licht braucht Jahre, Jahrhunderte oder sogar Jahrmilliarden, um zu uns zu gelangen. So ist der Blick in den Sternenhimmel immer ein Blick in die ferne Vergangenheit. Neue Weltraumteleskope lassen uns noch tiefer ins All schauen und die Vorgänge dort draußen noch besser verstehen.

Große Sterne geben am Ende ihres Lebens als gewaltige Supernovae die in ihnen erzeugten Elemente ans Universum zurück. So sind die Sterne die Quellen des großen Materiekreislaufs der gesamten Galaxis. Letztlich ist somit Sternenstaub der Ursprung aller Materie.

Das letzte große Geheimnis

Kleiner Exoplanet (Trickbild)
Gibt es im Universum eine zweite Erde? Quelle: dpa/eso

Für moderne Entdecker sind inzwischen die Sterne selbst Ziel der Erkundungen. Eine Frage strahlt besondere Faszination aus: Sind wir allein im Universum? Ist das Erfolgsgespann von Erde und Sonne einmalig oder gibt es Orte im Universum mit ähnlich paradiesischen Bedingungen für Leben? Und wenn es sie gibt, wie lassen sie sich im All finden? Gelänge es eines Tages, einen erdähnlichen Exoplaneten im Kosmos aufzuspüren, so ist eines sicher: Das Leben, das er hervorgebracht hätte, würde ganz andere Formen annehmen als auf unserem Planeten. Die Szenarien, wie sich eine solche außerirdische Biosphäre entfaltet haben könnte, sind schier unbegrenzt.

Noch sind nicht alle Elementarteilchen gefunden, aus denen sich Materie zusammensetzt. Mit einem gewaltigen Experiment, dem Large Hadron Collider (LHC) im CERN, soll diese Lücke im Weltbild der modernen Physik nun geschlossen werden. Die Wissenschaftler haben eine Modellvorstellung davon, was sich beim Urknall, dem Anfang des Universums, abspielte. Doch der letzte Nachweis, dass sie auch zutrifft, fehlt bislang: der Nachweis für das sogenannte Higgs-Teilchen. Wann er gelingen wird, steht tatsächlich noch in den Sternen.

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