Die Nebel von Avalon

Die Entdeckung der Feen-Insel bleibt ein Traum

Nach alter Überlieferung hat eine Fee den verletzten Artus auf einer Barke zur Insel Avalon gefahren. Doch existierte dieses mythische Eiland überhaupt? Die Fantasie der Menschen hat Avalon an vielen Orten vermutet. Steckt im Namen die Lösung des Rätsels?

Mit Avalon verbindet sich in den Gedanken der meisten Menschen eine aus herbstlichem Dunst schemenhaft schimmernde Insel irgendwo vor der Küste Südenglands oder der Bretagne. Gefärbt von den Beschreibungen aus den Sagen dürften solche Vorstellungen mit der Realität wenig zu tun haben - wenn es Avalon überhaupt gibt oder gegeben hat.

Falsche Fährte

Avalon bedeutet "Äpfel" oder "Ort der Äpfel" - kein besonders erhellender Hinweis. Äpfel wachsen an vielen Stellen. Nach Ansicht von Wissenschaftlern ist Avalon ohnehin nicht als Teil der realen Welt zu verstehen, sondern als Bereich einer jenseitigen Welt, eines Märchenlandes mit verzauberten Früchten, in dem die Menschen unsterblich sind.

Nach einigen Versionen der Artussagen weilt der Keltenkönig auf jenem Eiland im mythischen Nebel, bis er eines Tages wiederkehrt und seine Herrschaft erneuert. Er gilt als der einstige und zukünftige Regent seines Reiches. Hinsichtlich seines vermeintlichen Palastes namens Camelot gilt es ebenso, umzudenken.

Falsche Vorstellungen

Der französische Dichter Chrétien de Troyes (um 1130 bis 1190) ersetzte den von Geoffrey von Monmouth im walisischen Caerlon angesiedelten Regierungssitz von König Artus durch die Festung Camelot. Nach anderen Quellen könnten auch Cadbury in Somerset und Winchester in Hampshire neben weiteren Städten Anspruch darauf erheben, Camelot gewesen zu sein.

Doch Camelot war aller Wahrscheinlichkeit nach weder Schloss noch Festung, sondern eher ein einfaches Hauptquartier, geschützt von Palisaden. Archäologische Belege für repräsentative Bauten aus der Artuszeit fehlen. Mit Gewissheit lässt sich nur sagen, dass die späteren Autoren der Artussage ein Bild von Camelot vor Augen hatten, das nicht der nüchternen Realität der Artusepoche entsprach.

Falsches Grab

Die Artus- und Gralsgeschichten kamen bei der Bevölkerung gut an. Schon bald ließ sich Geld mit den sagenhaften Helden verdienen. So behaupteten die Mönche von Glastonbury im 13. Jahrhundert, sie hätten auf einem Grab ein Hinweisschild gefunden. Auf der Tafel habe gestanden: Hier ruht Artus. Heute nimmt man an, dass es sich um eine Fälschung handelt, um zahlendes Publikum zu der Grabstätte bei Glastonbury zu locken.

Ähnlich unklar ist die Faktenlage beim Heiligen Gral. Weder in England noch in Frankreich, den Ursprungsländern der Gralslegende, finden sich konkrete Hinweise. Die meisten Ermittlungsergebnisse deuten auf Spanien als letzte Station. Demnach hat Joseph von Arimathäa den Gral vermutlich nicht nach Britannien gebracht. Wahrscheinlich kommt der Heilige Lorenzo als Gralshüter in Frage. Er soll den Kelch in den Pyrenäen versteckt haben. Aber auch die Katharer könnten das heilige Gefäß in der Festung Montségur in ihrer Obhut gehabt haben. Oder ist der Kelch von Valencia vielleicht doch der echte Gral? Wer weiß?

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