Die Oase Siwa

Eine der berühmtesten Orakelstätten des Altertums

Die Oase Siwa war bekannter noch als Delphi. Könige und Feldherren schickten ihre Boten hierher, um einen Blick in die Zukunft zu tun.

Alexander der Große kam persönlich und der Orakelgott Amun bestätigte, dass er nicht nur Pharao und Weltenherrscher war, sondern auch in den Kreis der Götter aufgenommen wurde. Nach Alexanders Besuch in der Wüste blühte der Orakelkult noch dreihundert Jahre und geriet dann langsam in Vergessenheit - so wie die Oase selbst.

Schaurige Geschichten

Jahrhundertelang blieb sie das, was sie schon immer war: Eine abgelegene Station für Handels- und Sklavenkarawanen, die aus dem Inneren Afrikas an die Mittelmeerküste zogen und Rastplatz für Pilger auf ihrem Weg nach Mekka. Erst Ende des 18. Jahrhunderts wurde Siwa zum Tummelplatz für europäische Abenteurer und Entdecker. Sie waren ausgezogen, die letzten weißen Flecken von der Landkarte zu tilgen und schrieben in ihren Tagebüchern schaurige Geschichten über die Oasenbewohner. Fanatisch, skrupellos, diebisch - kaum ein übles Attribut, das dem Berbervolk vorenthalten wurde. Noch in unserem Jahrhundert schrieb ein Engländer: Sie sind nicht unmoralisch - sie haben schlicht keine Moral!

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