Die Panzer auf dem Meeresgrund

Taucher auf Spurensuche im Ärmelkanal

Warum versanken fast alle Schwimmpanzer eines Panzerbataillons ohne Feindeinwirkung? Der amerikanische Experte Brett Phaneuf sucht auf dem Meeresboden nach Spuren und Beweisen.

Mit Hilfe von Sonar-Ortungsgeräten werden die Panzer-Wracks in 30 Meter Tiefe auf dem Meeresgrund geortet und ihre exakte Position auf Karten übertragen. Die Wracks, die der Unterwasser-Archäologe Brett Phaneu auf dem Meeresgrund entdeckt, gehören eindeutig zu der Unglückstruppe - dem 741. US-Panzerbataillion.

Aufnahmen unter Wasser

Zunächst filmt ein mit Kameras ausgestatteter, ferngesteuerter Roboter die Fundstücke. In den Küstengewässern herrscht starke Strömung. Schwebestoffe begrenzen die Sicht erheblich. Auf dem Monitor des Ortungs-Gerätes entdecken die Experten zahlreiche Schatten: diverses Kriegsmaterial.

Auf dem Meeresgrund stoßen die Taucher auf die Laufkette eines Panzers, ein Maschinengewehr und Überreste einer Kanone. Allmählich zeichnen sich die Umrisse eines schwimmfähigen Sherman-Panzers der Serie "M4" ab. Die Schraube beseitigt jeden Zweifel. Danach entdecken sie einen Spezialpanzer samt Turm und Geschütz im Lichtkegel der Lampen. Der Panzer liegt noch immer an der Stelle, an der er damals unterging. Ein neuer Fund erscheint auf dem Monitor: eine Einstiegsluke und ein verkrusteter Propeller.

Analyse des Unterwasser-Archäologen

Um die Geschehnisse vom 6. Juni 1944 so genau wie möglich zu rekonstruieren, dokumentieren die Forscher jeden Fund genau, studieren alle verfügbaren Quellen, überprüfen sogar meteorologische Daten und befragen die Veteranen beider Seiten. Mit Originalaufnahmen von den Fundorten, Aussagen von Zeitzeugen über technische und strategische Details entsteht eine Synthese archäologischer Forschung und authentischer Erlebnisberichte.

Dabei kristallisieren sich mehrere Ursachen für das Desaster von damals heraus. Zum einen waren die Crews der Schwimmpanzer nicht mit dem Führen von Booten vertraut und scheiterten an den besonders schwierigen Strömungsverhältnissen und dem relativ hohen Seegang vor "Omaha Beach". Zum anderen wurden Warnungen und Befehle von den Kommandeuren vor Ort nicht wahrgenommen oder nicht ausgeführt. Die schweren Fahrzeuge hätten näher an der Küstenlinie ausgesetzt werden sollen.

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