Die Schlacht bei Marathon

Siegreiche Strategie der Griechen

Der Tag der Entscheidung auf dem Schlachtfeld ist der 12. September 490 vor Christus. Miltiades will es wagen. Die Perser mögen in Gedanken wohl schon auf den Schiffen gewesen sein und nehmen die paar Athener oben auf den Hügeln nach wie vor nicht ernst.

Gab es in der Schlacht von Marathon überhaupt eine Chance für Athen? Wie viele Perser standen den 10.000 Athenern gegenüber?

Miltiades' Plan

Die Ebene von Marathon ist groß. Der Weg der Athener den Hügel hinunter zu den Persern ist weit, wie auch die Wissenschaftler feststellen müssen. Trotzdem ist genau das Miltiades' Plan: Die Perser sind fertig mit Marathon und haben ihre Reiterei schon auf die Schiffe verladen - der richtige Moment für den Angriff. Laut Herodot haben die Athener die Perser überrascht, in dem sie die eineinhalb Kilometer zwischen ihren Reihen im Sturmlauf genommen haben.

Doch Überraschungseffekt und Schnelligkeit geben den Ausschlag. Die Athener unterlaufen die Pfeile der Perser, soweit die Bogenschützen überhaupt noch rechtzeitig zum Einsatz kommen. Die griechische Phalanx, die Schlachtreihe, scheint selbst im Lauf zu halten. Die Perser halten dem gegnerischen Drängen nicht stand, weil sie weniger gedrillt sind und ihre Formation im Nahkampf nicht halten können. Miltiades überlässt die Mitte zunächst den Persern, um an den Flügeln schnell zu gewinnen und die Feinde dann in die Zange zu nehmen. Es gelingt. Die Perser werden eingekreist. Wer kann, flieht.

"Flucht" nach Athen

Laut Herodot haben die Perser zwar einen erheblichen Teil ihrer Leute verloren, aber sie fliehen nicht auf die Schiffe, um nach Hause zu segeln, sondern nach Athen. Dort sind jetzt keine Verteidiger. Aber die Athener sind dabei, eine in vielen Werken verherrlichte Tat zu begehen und ganz alleine gegen die persische Übermacht zu siegen.

Pheidippides ist kurz vor Marathon. Immer noch kann er nicht wissen, wie es dort steht. "Haltet durch, die Spartaner werden zu Hilfe kommen" - schreit es vielleicht in seinem Kopf. Als Pheidippides am Nachmittag in Marathon ankommt, ist die Schlacht schon fast vorbei. Einige versprengte Feinde werden in die Sümpfe gejagt, viele sind auf dem Feld geblieben. Eine absurde Situation: Der Bote muss die Nachricht überbringen, dass in einigen Tagen die Spartaner zu Hilfe kommen werden. Und Miltiades muss jemanden losschicken, der Athen warnt.

Läufer gesucht

Wer war dieser Bote? Bei Herodot findet sich nichts. Der Schriftsteller Lukian aber berichtet von einem Läufer, der nach der Schlacht Richtung Athen lief. Sein Name: Philipides. Das ist zwar eine leichte Abweichung, aber Lukian lebte auch fast 600 Jahre später. Er kann nur den Meldeläufer gemeint haben, Pheidippides, der schon mindestens 460 Kilometer Strecke hinter sich hatte.




Auch die Hopliten können sich jetzt nicht ausruhen. Sie müssen vor den Persern in Athen sein. Wahrscheinlich bestatten sie ihre wenigen Toten auch erst später. Die Perser jedenfalls werden - so Herodot - ein paar Tage nach der Schlacht immer noch da liegen, als die Spartaner tatsächlich kommen. Nach einem Gewaltmarsch von nur drei Tagen. Sie beschauen sich das Schlachtfeld, nicken anerkennend und ziehen wieder ab.

Himmelfahrtskommando

Die Athener haben ihren Oberbefehlshaber verloren. Kallimachos hatte die schwache Mitte geführt - ein Himmelfahrtskommando. Athen wird ihn als Helden verehren. Bestattet werden alle 192 Gefallenen in einem Grabhügel an Ort und Stelle - heute eine Art Nationalheiligtum.

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