Die Schlacht von Sekigahara

Meilenstein in der Geschichte Japans

Dem Strategen Ieyasu wird nachgesagt, dass warten zu können, seine größte Stärke ist. Jahrzehntelang hat er im Kampf um die Macht auf seine Chance gewartet. Als das Land im Chaos unterzugehen droht, kämpft er als General in der zweiten Reihe.

Ieyasus Gönner, der brutale Feldherr Nobunaga, bringt Provinz um Provinz in seine Gewalt. Bevor er aber ganz Japan erobern kann, wird er hinterrücks ermordet. Ieyasu könnte nun die Macht an sich reißen, aber er beschließt zu warten.

Große Helden

Sein machthungriger Rivale, der geniale Hideyoshi übernimmt das Kommando. Auch der zweite große Heerführer fällt, bevor er das Land endgültig geeint hat. Auf dem berühmtesten japanischen Friedhof am Koyasan ruhen die beiden großen Helden. Der eine hat die unabhängigen Kriegerfürsten unter seiner Herrschaft vereint, der andere hat die Landbevölkerung entwaffnet, um dem Land Frieden und Sicherheit zu bringen.


Nun hat Ieyasus Warten ein Ende. Endlich kann er sein Ziel erreichen: Ein geeintes Japan unter seiner Alleinherrschaft. Der lange Bürgerkrieg hat die Samurai zur mächtigsten Kaste des Reiches gemacht. Ihr Handwerk ist der Kampf, und sie warten auf neue Aufgaben.

Horrende Versprechungen

Elf mächtige Fürsten verbünden sich gegen Ieyasu, sie wollen Japan vor einer Tyrannei des alten Feldherrn bewahren. Sie rüsten sich zur größten Schlacht in der japanischen Geschichte. Auch Ieyasus alte Kampfgefährten bereiten sich auf diese Entscheidungsschlacht vor. Neue Verbündete, durch horrende Versprechungen geködert, verstärken seine Truppen.



Der 15. September 1600 wird zu einem Meilenstein in der Geschichte Japans. Die Strategie des jungen gegnerischen Heerführers ist ein Überraschungsangriff. Er lässt seine stärksten Verbände in einem Hinterhalt warten. Ieyasus Truppen sind gut bewaffnet, aber zahlenmäßig unterlegen. 155.000 Samurai stürzen sich in den Kampf um die Macht in Japan. Der gegnerische Anführer gibt das Signal für den Überraschungsangriff. Ohne Erfolg - die Truppen im Hinterhalt sind von Ieyasu bestochen worden. Dennoch versuchen die Gegner, Ieyasus Stellungen zu stürmen. Sie werden aber von dessen Eliteeinheiten niedergemetzelt. Musketen und Kanonen richten ein unglaubliches Blutbad an. Mehr als 40.000 Krieger fallen.

Ehrenkodex der Samurai

87 Fürsten-Geschlechter gehen bei dieser Schlacht unter. Die meisten Anführer fallen. Einige werden sofort hingerichtet. Von den Überlebenden fordert der Ehrenkodex der Samurai die Selbstentleibung. In manchen japanischen Burgen gibt es einen besonderen Ort für rituellen Selbstmord, den Harakiri-Hof. Viele Fürsten ziehen es vor, sich auf ihrem Stammsitz das Leben zu nehmen. Dieses hochstilisierte Ritual entspringt archaischen Wertvorstellungen. Jede Bewegung, jedes Detail ist durch strenge Vorschriften geregelt. Enge Vertraute führen die Reinigungszeremonien durch und trennen dem Opfer den Kopf ab.

"Der Weg des Kriegers liegt im Sterben", lautet der zentrale Satz im Ehrenkodex der Samurai. "Wird man mit zwei Alternativen konfrontiert, Leben und Tod, so soll man ohne zu zögern den Tod wählen." Der Bauch ist der Sitz der Seele, glaubt man in Japan. Mit dem Harakiri, dem "Aufschneiden des Bauches", öffnet man den Sitz seiner Seele. Man ist bereit zu zeigen, ob sie beschmutzt oder rein ist. Im Angesicht der Niederlage nimmt sich der Held das Leben, um der Schmach der Gefangenschaft zu entgehen. Er will damit seine Ehre retten und einen letzten Beweis seiner Aufrichtigkeit liefern.

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