Die Schweizer kommen

1952: Konkurrenz mit neuem Höhenrekord

In Konkurrenz zu den Briten beginnen Ende März 1952 die Schweizer gemeinsam mit ihren Sherpa-Trägern den beschwerlichen Fußmarsch zum Everest.

Das ausdauernde Bergvolk begleitet schon seit 30 Jahren ausländische Alpinisten und transportiert deren Ausrüstung.

Hohe Ehre für den Sherpa-Führer

Die Schweizer verpflichten Tenzing Norgay als Anführer der Sherpa. Bei drei Vorkriegsexpeditionen hatte er als Träger gearbeitet. Mit seinen neuen Chefs versteht sich Norgay auf Anhieb gut. Die beiden Bergvölker haben Respekt voreinander und Tenzings Leistungen beeindrucken seine Arbeitgeber. Sie machen ihn zu einem Vollmitglied des Bergsteigerteams, für den Sherpaführer eine hohe Ehre.

Ende April 1952 erreichen die Schweizer den Khumbu-Eisfall. Sie beginnen umgehend mit dem schwierigen Aufstieg. Eine riesige Gletscherspalte hatte die Briten im Vorjahr gestoppt, nun zwingt sie die Eidgenossen zu einem höchst riskanten Manöver. Der Schweizer Jean-Jacques Asper lässt sich nach erfolglosen Sprungversuchen abseilen und erreicht auf einem schmalen Gesims die gegenüberliegende Mauer. Aus Seilen wird schnell eine provisorische Brücke errichtet, an der sich die wagemutigen Bergsteiger hinüberhangeln - in ein bis dahin verborgenes, stilles Tal südlich des Gipfels, das Western Cwm.

Dem Gipfel so nah

Die Eidgenossen haben eine große Hürde auf dem Weg zum höchsten Punkt der Erde überwunden. Der Erfolg ermutigt sie, eine Gipfelbesteigung zu wagen. Raymond Lambert und Tenzing Norgay begeben sich in die dünne Luft der Todeszone. Doch eine eiskalte Nacht und andauernde Probleme mit den Sauerstoffgeräten zwingen die beiden weniger als 250 Höhenmeter unterhalb des Gipfels zur Umkehr. Die alte Monopolstellung Großbritanniens ist endgültig Vergangenheit. Bei ihrem allerersten Versuch kommen die Schweizer und Tenzing Norgay weiter, als alle britischen Expeditionen zuvor.

Beim Rückweg vom Everest treffen die Eidgenossen in Namche Bazar überraschend auf die britischen Konkurrenten um Eric Shipton. Shipton hatte seine Bergsteiger-Gruppe zum nahe gelegenen Cho Oyu geführt. Doch obwohl der Cho Oyu über 600 Meter niedriger als der Mount Everest ist, blieb ihnen der Gipfel versagt. Eine schlimme Niederlage für das Team, das hofft, 1953 erstmals den Everest zu besteigen. Zunächst soll erneut Shipton die Expedition leiten. Doch nach dem Desaster am Cho Oyu sind die Männer, die ihn ernannt hatten, nicht mehr von ihm überzeugt.

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