Die Siedler von Island

Land der Aufsteiger

Dass sich die Wikinger in Richtung Westen aufmachten, lag vermutlich an den Berichten irischer Mönche, die im frühen 8. Jahrhundert in Island gestrandet waren. Island war das erste Ziel in Übersee. Die Landschaft ähnelte der Heimat der Wikinger sehr und schon bald kamen die ersten Siedler.

Rangniedere Anführer, die leer ausgegangen waren, als sich im 9. und 10. Jahrhundert die neuen Königreiche Skandinaviens gebildet hatten, sahen in der Besiedlung Islands wahrscheinlich ihre letzte Chance.

Osteuropäische Architektur

Ihre vielköpfigen Familien mit Sklaven und Haustiere brachten die Siedler mit. Komplette Bauerngemeinden wurden auf diese Weise verpflanzt. Viele der frühen Kolonisten stammten aus Mischehen zwischen Nordmännern und Slawen. Einige der ältesten Häuser, die hier entdeckt wurden, zeigen alle Kennzeichen der Haustypen, wie sie in Osteuropa üblich waren.




Die Herden wuchsen und machten einige der ersten Siedler reich. Die meisten Neuankömmlinge sahen die alte Gesellschaftsordnung, die die Bevölkerung in Adlige, Freie und Sklaven unterteilte, auf den Kopf gestellt.

Verheerende Auswirkungen

Offenbar war Island ein Land der Aufsteiger. Wer in der alten Heimat Not gelitten hatte, konnte hier sein Glück machen. Ansonsten orientierte man sich am Althergebrachten. Man führte die gewohnten Gemüsesorten ein und hielt die traditionellen Nutztiere. Die Auswirkungen dieser Importe im großen Stil waren langfristig gesehen allerdings verheerend.

Wenn Orri Vesteinsson, selbst ein Nachkomme der Nordmänner, heute durch die Landschaft Islands wandert, zeigt sich ihm ein völlig anderes Bild als den frühen Siedlern.

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