Die Spiele der Hellenen

Ein kleiner Ort als Mittelpunkt der griechischen Welt

Bereits seit Jahrhunderten finden in Olympia Wettkämpfe und heilige Zeremonien statt, als 776 vor Christus erstmals Sieger schriftlich notiert werden. Dieses Datum gilt somit als gesichert. Der tatsächliche Beginn der Spiele liegt jedoch im Nebel der Mythen.

Die Spiele von Olympia sind nicht die einzigen, aber die ältesten der panhellenischen Sportfeste der Antike. In Delphi feiert man die Pythischen, in Korinth die Isthmischen und in Nemea die Nemeischen Spiele. Einigen Athleten gelingt es, bei allen vier Veranstaltungen zu gewinnen. Sie dürfen sich Periodoniken nennen. Einer der berühmtesten dieser Ausnahmesportler ist Diagoras von Rhodos.

Zu Ehren der Götter

Die alten Hellenen glauben, dass ihnen die Götter den Weg zum Sieg ebnen können. Daher bitten sie die jeweiligen Schutzgötter um Beistand - in Delphi ist Apoll Hausherr, in Korinth Poseidon, in Nemea und Olympia Zeus. Zwar rücken im Lauf der Jahrhunderte die sportlichen Kämpfe immer stärker in den Vordergrund. Der religiöse Teil der Veranstaltungen bleibt jedoch in Olympia bis zum endgültigen Verbot der Spiele. Der christliche römische Kaiser Theodosius lässt das Zeus-Heiligtum im Jahr 394 nach Christus schließen.

Der Höhepunkt der Feierlichkeiten, das große Opfer für Zeus, findet jedes vierte Jahr in der Regel am zweiten Vollmond nach der Sommersonnenwende statt. Nach unserem Kalender gerechnet fällt der Termin immer in die Monate Juli oder August. Die Wettkämpfer müssen also während der heißesten Jahreszeit gegeneinander antreten - eine schweißtreibende Angelegenheit.

Beinhartes Training

An den Olympien dürfen nur männliche, unbescholtene Griechen teilnehmen, die bestimmte körperliche Mindestvoraussetzungen erfüllen. Dafür trainieren sie hart. Frauen ist der Zutritt weder als Athletinnen noch als Zuschauerinnen gestattet. Nur unverheiratete Mädchen und die Priesterin der Göttin Demeter Chamyne dürfen im Publikum zugegen sein.

Bereits zehn Monate vor Beginn der Wettkämpfe nehmen die Athleten das Training in ihren Heimatgemeinden auf. Die meisten lassen sich von einem persönlichen Coach fitmachen. Sie müssen Diät halten, viele Stunden am Tag üben und allen irdischen Freuden entsagen. Die Einhaltung der Zehn-Monatsfrist ist für alle Teilnehmer der Olympien bindend.

Teures Vergnügen

Mindestens einen Monat vor Eröffnung der Spiele müssen sich die Athleten in Elis einfinden. Dem neutralen Stadtstaat obliegen Organisation und Verwaltung der Olympischen Feiern und der heiligen Stätten Olympias. In Elis müssen sich die Wettkämpfer dem strengen Urteil der Schiedsrichter, der Hellanodiken, stellen. Dafür stehen drei Übungshallen, die Gymnasien, zur Verfügung. Nur wer den harten Anforderungen gewachsen ist, darf zwei Tage vor Beginn der Spiele ins etwa 58 Kilometer entfernte Olympia ziehen.

Da das Reglement den Sportlern eine ziemlich lange Abwesenheit von Heim und Hof abverlangt, können sich nur wenige das kostspielige Vergnügen erlauben. In der Anfangszeit nehmen daher fast ausschließlich wohlhabende Adlige an den Wettkämpfen teil. Später hält allmählich das Profitum Einzug ins Stadion.

Fünf spannende Tage

Die alten Griechen sind ein kriegerisches Volk. Die einzelnen Stadtstaaten liegen ständig miteinander im Streit. Um den Teilnehmern der Spiele die gefahrlose Anreise zu ermöglichen, rufen Herolde aus Elis eine für alle Helenen verbindliche Waffenruhe aus. Die so genannte Ekecheiria garantiert Besuchern der Olympien freies Geleit auf dem Hin- und Rückweg. Eine Unterbrechung kriegerischer Kampfhandlungen ist damit jedoch nicht zwingend verbunden.

Die Wettkämpfe dauern fünf Tage. Das Programm wechselt im Lauf der Jahrhunderte. Aus einem einfachen Stadion-Lauf ist eine Palette unterschiedlichster Disziplinen erwachsen. 448 vor Christus gehen die Athleten in Sprint, Fünfkampf, Boxen, Allkampf und Wagenrennen an den Start. Es geht allein um den Sieg. Wer Zweiter wird, hat verloren. Die neuzeitliche Devise "Dabeisein ist alles" würde von keinem antiken Hellenen verstanden.

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